Unternehmensstabilität in schwierigen Märkten.
Freitag, 22. Mai 2009 13:06
Jetzt ist Ihr Verkaufsmanagement gefragt
In schwierigen Zeiten hat es schon immer erfolgreiche sowie auch marode Unternehmen gegeben. Der heutige Markt stellt jedoch jedes Unternehmen vor eine riesige Bewährungsprobe, die von jedem Mitarbeiter, wie es Donald V. Potter, Mc. Kinsey, bezeichnete, die Härte eines Preisboxers und die Zähigkeit eines Marathonläufers verlangt. Das gilt auch für Sie!
Natürlich ist der Satz „In jeder Krise steckt eine Chance“ eine Binsenweisheit. Doch gerade Zeiten schwierigen Absatzes bieten auch die Möglichkeit, einmal genau zu schauen, wo das Unternehmen und sein Verkauf steht. Wie es positioniert ist. Und vor allem, ob es mit seinen Produkten, Angeboten und Serviceleistungen auch noch so aufgestellt ist, dass seine Zukunftsfähigkeit nicht infrage gestellt wird. Mit einem Wort: Unternehmensstabilität!
Wenn Sie sich auch in Krisenzeiten erfolgreiche Firmen anschauen, stellen Sie schnell fest, dass solche Unternehmen im Grunde immer den gleichen 6 Maximen folgen.
Die 6 Maximen des Erfolgs
- Sie konzentrieren sich auf große Kunden, akzeptieren jedoch ebenfalls mittlere und kleinere.
- Sie heben sich vom Wettbewerb durch Zuverlässigkeit, Kundenbezogenheit und Freundlichkeit ab.
- Sie vermarkten segmentspezifische Angebote mit einer breiten Preispalette.
- Sie verkaufen vom Kunden gewünschte Vorteile, anstatt Produkte.
- Sie prüfen bei Kunden, die keine Rendite bringen, ob die weitere Geschäftsbeziehung verbessert oder beendet werden muss.
- Sie erkennen die Leistungen, auch die alltäglichen, aller Mitarbeiter an.
Doch wie gestaltet sich die Umsetzung dieser 6 Maxime in der Praxis?
Maxime 1: Sie konzentrieren sich auf große Kunden, akzeptieren jedoch ebenfalls mittlere und kleinere.
Je nach Unternehmen und angebotenen Produkten bringen große Kunden den höchsten Umsatz. Klar. Und um eine segmentspezifische strategische Verkaufsstrategie zu erarbeiten, muss diese Kundengruppe separat bearbeitet werden, um sie als erfolgreiche Multiplikatoren für das eigene Angebot auch für mittlere und kleinere Betriebe nutzen zu können.
Nicht vergessen:
Bedenken, dass Großkunden die niedrigstmöglichen Preise aushandeln, sind nicht von der Hand zu weisen. Das heißt aber auch, dass kleinere Kundenbetriebe rentabler sind als große. Deshalb kann kein Unternehmen auf dieses Kundensegment verzichten. Die Strategie: „Wir konzentrieren uns nur auf die Großen“ hat schon manchem Betrieb den Todesstoß versetzt.
Bekannt ist auch, dass mittlere Kunden die schwierigsten sind. Das gilt gleichermaßen für Handel und Endverbraucher. Vor allem der Handel spürt einerseits häufig Druck der größeren Wettbewerber in preislicher Hinsicht und andererseits auch die engen zwischenmenschlichen Beziehungen ihrer kleineren Konkurrenten mit den (zu gewinnenden) Kunden und die aus dieser Beziehung zum Teil resultierenden Dienstleistungen. Unternehmen, die in einem schwierigen Markt bestehen wollen, müssen also einen Weg finden, mittlere Kunden anzuziehen und sich gleichzeitig zur Erwirtschaftung von Deckungsbeiträgen auf Großkunden konzentrieren.
Typus Großkunde
Großkunden kaufen gern bei Unternehmen, mit denen sie sich auf Grund ihrer Unternehmenskultur, der Persönlichkeit und Kompetenz des Managements und der Verkaufsleiter sowie der Qualität des Angebotes identifizieren können. Großkunden müssen also ständig so umworben werden – und das nicht allein mit Verkaufs- und Beratungsbesuchen, als wenn sie erst gewonnen werden sollte. Treue Großkunden, denen ein entsprechendes Marketing-Programm gewidmet werden muss, sind nicht nur Meinungsbildner für kleinere Betriebe, sondern stellen durch Nachfrage des Handels auch eine besondere Marktmacht dar.
Da vor allem kleineren Betrieben auf Grund ihrer Umsatzgrößen nicht die gleiche Aufmerksamkeit gewidmet werden kann, muss für diese Gruppe ein Marketing-Konzept entwickelt werden, welches sich zu intensiver Betreuung auch anderer Medien, wie Telefon, Direct Mail, Internet, Veranstaltungen, Messeeinladungen etc. bedient.
Im Klartext: Stellen Sie jetzt die Vertriebsstrategie neu auf – abgestuft auf das jeweilige Kundensegment – und mit klaren Verantwortlichkeiten!
Maxime 2: Sie heben sich vom Wettbewerb durch Zuverlässigkeit, Kundenbezogenheit und Freundlichkeit ab.
Auch langjährige Kunden tendieren dazu, ihre Macht durch das Ausspielen mehrerer Lieferanten gegeneinander zu nutzen, um die Einkaufskosten zu senken. Sie wollen sicher sein, den möglichst günstigsten Preis für ein Angebot auch tatsächlich zu erhalten. Zweitlieferanten gelten häufig als Lückenbüßer und versuchen sich durch Dumpingpreise zum Hauptlieferanten zu profilieren. Die vom Hauptlieferanten gewährten Dienstleistungen werden trotz allem weiter gern genutzt.
Herausforderung:
Angebote müssen so erstellt werden, dass Produkt plus Dienstleistung, gestaffelt nach dem Marktanteil, bei dem jeweiligen Kunden möglichst miteinander verbunden werden.
Eine positive Kundenbeziehung kann auf Dauer nur auf Basis positiver zwischenmenschlicher Beziehungen, wie Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Eingehen auf persönliche Bedürfnisse der Bezugspersonen und Entscheidungsfinder, sowie einer vom Kunden geschätzten Kompetenz erfolgen. Kunden schätzen, dass ein Verkäufer eine Beratung so professionell durchführt, als würde er das Unternehmen seines Vaters betreuen und der empfohlene Produkteinsatz voll den erwarteten Ansprüchen entspricht und durch Produktnachkauf bestätigt wird.
Mit Großabnehmern …
… vereinbaren erfolgreiche Verkaufsberater einen eindeutigen Besuchs- und Kontaktplan. Für jeden Besuch sind sie gewissenhaft vorbereitet, haben einen für den Kunden interessanten Gesprächseinstieg und vermitteln klar und deutlich, was sie heute gemeinsam mit dem Kunden erreichen wollen. Falls wichtige Maßnahmen getroffen werden müssen, bitten sie bei der Besuchsanmeldung bereits um die Teilnahme wichtiger Entscheidungsfinder.
Zwischenzeitlich übermitteln sie wichtige Botschaften aus den Bereichen Markt, Technik, Wissenschaft etc. per E-Mail, Fax oder Telefon.
Für mittlere und kleinere Betriebe wird adäquat ein gesondertes Marketing-Konzept entwickelt. Diesen Kundensegmenten wird damit – wenn auch mit gemindertem Aufwand – ebenfalls das Gefühl der Wichtigkeit übermittelt.
Für alle Segmente …
… wird ein sogenanntes „Standardprogramm“, welches analog zum Kundenumsatz kostenlos zur Verfügung gestellt wird, sowie ein „Sonderserviceprogramm“, welches sich von der Konkurrenz abhebt, eingerichtet. Letzteres muss von den Kunden bezahlt werden. Selbstverständlich kann dieses Sonderprogramm unter bestimmten Konditionen in der Einführungszeit zur Verfügung gestellt und mit späteren Lieferungen verrechnet
werden.
Wichtig:
Verschiedene Handelsorganisationen werden als „Margenschlucker“ angesehen, weil von ihnen oft im Rahmen der Beschaffung wenige oder keine Verkaufsunterstützungen ausgehen. Diesen Unternehmen, deren Mitarbeiter ihren favorisierten Platz „hinter dem Schreibtisch“ sehen, werden kaum Zukunftschancen eingeräumt. Die Industrie tut deshalb gut daran, mit solchen Unternehmen zu arbeiten, von denen eigene Aktivitäten erwartet werden können. Für diese Kunden werden dann gemeinsame Aktivitäten mit dem Ziel vereinbart, Marktanteile und Gewinn zu erhöhen. Intensives Verkaufstraining des Außen- und Innendienstes der Partnerunternehmen sind gute Hilfsmittel, dieses Ziel zu erreichen.
Maxime 3: Sie vermarkten segmentspezifische Angebote mit einer breiten Preispalette.
In einem stark umkämpften Markt reicht das Angebot qualitativ hochwertiger Produkte allein nicht aus. Jedes Unternehmen muss überlegen, ob es allein in der Mittelpreiskategorie anbieten sollte oder auch Spezialprodukte in der oberen Preisklasse sowie auch Massenprodukte für ausschließlich preisbewusste – nicht qualitätsbewusste – Käufer in der Niedrigpreisklasse.
Analysiert man den Markt, dann werden 50–70 Prozent der Betriebe in der Mittelpreisklasse, 10–15 Prozent in der Hochpreisklasse und der Rest im unteren Bereich zu finden sein. Die vergangenen Jahre haben bei erfolgreichen Firmen gezeigt, dass sich, um die Verkaufszahlen zu steigern, der Vertrieb in allen Preisklassen bewährt hat.
Firmen mit Hochpreispolitik mussten in den vergangenen Jahren feststellen, dass Konkurrenten der Mittelpreiskategorie ähnliche Produkt- und Dienstleistungseigenschaften angeboten und Kunden dadurch abgeworben haben, weil sie als „preiswerter“ angesehen wurden.
Niedrigpreisanbieter verlieren Kunden, weil sie zum Teil nicht mit der Produktqualität bzw. mit professioneller Beratung Schritt halten konnten. Außerdem kopieren verschiedene Unternehmen sich gegenseitig so, dass nur dasjenige verbesserte Verkaufschancen hat, welches kontaktfreudige, zuverlässige und kompetente Außendienstmitarbeiter hat und neben den beschriebenen Standarddienstleistungen noch vom Kunden gewünschten Zusatznutzen bieten und dem Kunden in seinem Wunsch nach Verbesserung der Wirtschaftskraft helfen kann.
Firmen, die Mühe haben, sich im Markt zu halten, versuchen häufig Qualitätsmängel, unzureichende Beratung und/ oder verminderte Lieferbereitschaft durch Rabatte auszugleichen.
Das Erwachen der Kunden erfolgt meist sehr schnell, wenn die eigene Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt wird. Firmenpleiten sind dann die logische Folge.
Informationen zu den weiteren drei Maximen des Erfolgs finden Sie in einem der kommenden Blogbeiträge als “Unternehmensstabilität in schwierigen Märkten Teil 2″.
Thema: Einkaufsmanagement, Marketing, Verkaufsmanagement | Kommentare (1)