Verkäuferkompetenzen – Unternehmensstabilität in schwierigen Märkten.
Dienstag, 28. Juli 2009 16:04
Jetzt ist Ihr Verkaufsmanagement gefragt
Der heutige Markt stellt jedes Unternehmen vor eine riesige Bewährungsprobe, die von jedem Mitarbeiter die Härte eines Preisboxers und die Zähigkeit eines Marathonläufers verlangt.
Dazu haben wir vor einiger Zeit in diesem Blog den ersten Teil des Beitrags Unternehmensstabilität in schwierigen Märkten veröffentlicht.
Zur Wiederholung hier noch ein mal die damals vorgestellten 6 Maximen des Erfolgs
- Sie konzentrieren sich auf große Kunden, akzeptieren jedoch ebenfalls mittlere und kleinere.
- Sie heben sich vom Wettbewerb durch Zuverlässigkeit, Kundenbezogenheit und Freundlichkeit ab.
- Sie vermarkten segmentspezifische Angebote mit einer breiten Preispalette.
- Sie verkaufen vom Kunden gewünschte Vorteile anstatt Produkte.
- Sie prüfen Kunden, die keine Rendite bringen, ob die weitere Geschäftsbeziehung verbessert oder beendet werden muss.
- Sie erkennen die Leistungen, auch die alltäglichen, aller Mitarbeiter an.
Hier im zweiten Teil geht es nun um die Maximen 4 bis 6:
Maxime 4: Verkauf vom Kunden gewünschter Vorteile anstatt von Produkten
Für viele Kunden ist ausschließlich der Preis der Entscheidungsträger für Kauf oder Nichtkauf eines Angebots.
Aber: „Preis bedeutet nicht, Wiederbeschaffung entstandener Kosten plus Marge, sondern stellt den Gegenwert für die Vorteile dar, die der Kunde aus dem Angebot für sich sieht!“ Ein Reinfall mit dem Einsatz von Produkten aus „ausländischer“ Produktion lehrt sehr schnell, dass eine Umorientierung vonnöten ist.
Manche Verkaufsberater haben sich leider noch nicht genügend damit beschäftigt, was das eigene Angebot im Konkurrenzvergleich für den Kunden tun kann, wie ich es auch in meinen Seminaren immer wieder erleben muss.
Deshalb raten wir Verkaufsleitern dringend …
… durch Begleitbesuche der Außendienstmitarbeiter herauszufinden, wie stark Kompetenz und Engagement ausgebildet sind und wo Verbesserungen erfolgen müssen.
Tipp: Durch einen einzigen Mitbesuch können geschäftsschädigende Fehler in der Zukunft vermieden werden.
Doch zurück zum Thema: Die meisten Außendienstmitarbeiter sind mit dem nötigen Rüstzeug für Standardsituationen ausgestattet: Benötigen Kunden jedoch eine Spezialberatung, werden firmeneigene Spezialisten angefordert.
- Wer trägt aber die Kosten, die in diesem Falle anfallen? Die anfordernde Verkaufsabteilung?
- Oder werden die Kosten auf andere Abteilungen abgewälzt?
- Werden Standard-Dienstleistungen, die zum Auftragserhalt erforderlich sind, kostenlos und Extra-Leistungen, die wesentliche Verbesserungen der Kundensituationen bringen, mit Kostenbeteiligung angeboten?
- Werden diese Aufwendungen auf die Kostenstelle der anfordernden Person übertragen?
- Wie werden Verkaufsbemühungen in ein strategisches Konzept integriert?
- Welche Ressourcen zur Marktbearbeitung werden bei ca. 200 Arbeitstagen pro Jahr, außer den persönlichen Besuchen, noch genutzt (Messen, Ausstellungen, Internet, Telefon etc.)?
- Wie viele Kunden betreut ein VB-Berater im Vergleich zu den anderen Kollegen unter Berücksichtigung der jeweiligen Marktpotenziale und Verkaufserfolge? Je effektiver (die richtigen Dinge tun) und effizienter (die Dinge richtig tun) gearbeitet wird, umso höher ist die Produktivität und damit die Überlebenssicherung des Unternehmens.
Maxime 5: Überprüfung der Wirtschaftlichkeit der Kundenbeziehung mit Erwägung eventueller Konsequenzen
Manches Unternehmen steht vor der Frage: Soll ich unrentable Kunden weiter beliefern, und falls ja, unter welchen Bedingungen, oder ist es langfristig besser, sich von ihnen zu trennen?
Sich zu trennen kann nur die letzte Konsequenz sein. Vorher sollte man sich überlegen, ob sie zur Rentabilität zurückgeführt werden können, etwa durch Überprüfung der strategischen und personellen Kundensituation mit anschließender Beratung und Schulung unproduktiver Unternehmensteile sowie auch der eigenen Strategie und Aktionsplanung zur Verbesserung der eigenen Verkaufseffizienz.
Die Beendigung einer Kundenbeziehung muss sehr gut durchdacht sein, denn sie kann einen erheblichen Imageschaden herbeiführen oder auch der Konkurrenz einen eventuell doch noch ausbaubaren Kunden in die Arme treiben. Bevor Sie sich von einem zurzeit unrentablen Kunden trennen, sollten Sie sich folgende Fragen zur Klärung der Ursache stellen:
- Haben Sie die individuellen Forderungen/Interessen dieses Kunden nicht erkannt und ihm mit einer für ihn falschen Strategie und einem falschen Angebot gedient?
- Besteht die Möglichkeit, durch Beratung und Schulung der Kundenmitarbeiter (inklusive Management) sowie entsprechend auch der eigenen Mitarbeiter, eine verbesserte Marktausrichtung und Effizienz zu erreichen?
- Könnte dieser Kunde für einen uns angeschlossenen Betrieb von Interesse sein?
- Und – falls alle Punkte negativ beantwortet werden müssen: Auf welche Weise können wir uns von ihm ohne wirtschaftlichen Schaden, Diskriminierung und Imageverlust trennen? Falls Sie ihn trotz aller Bemühungen fallen lassen müssen, muss Ihnen bewusst sein, dass eine Trennung für den entsprechenden Außendienstmitarbeiter schockierend und demotivierend sein kann, denn u. U. sind in Aufbau und Pflege der Kundenbeziehung Jahre gesteckt worden. Sogar Freundschaften können mit den entsprechenden Folgen zerstört werden.
Eine eventuelle Trennung muss in mehreren Schritten erfolgen:
- Überlegen Sie, wie Sie diese Entscheidung dem Kunden ohne Gesichts- und wirtschaftlichen Verlust nahe bringen können.
- Legen Sie mit dem Kunden einen gemeinsamen Zeitplan fest, wie die Geschäftsbeziehung beendet werden kann.
- Beziehen Sie den entsprechenden Außendienstmitarbeiter in Ihre Überlegungen ein.
- Lassen Sie sich vom Kunden Feedback geben, wie er die Beziehungen mit Ihrem Unternehmen und dem Außendienst gesehen hat. Bei Ihrer Trennungsentscheidung bitten wir Sie zu beachten, dass Kunden „keine Ware“ darstellen, die man einfach „kaufen und verkaufen“ kann. Der Ruf Ihres Hauses wird dadurch geprägt, wie Sie mit Menschen, seien es Kunden oder Mitarbeiter, umgehen.
Maxime 6: Anerkennung von Leistungen, auch der alltäglichen aller Mitarbeiter
Über dieses Thema haben wir in früheren Beiträgen eingehend berichtet, sodass es keiner weiteren Erörterung bedarf. Bei der alltäglichen Anerkennung ist auch mal ein gut aufgesetzter Brief einer Sekretärin oder die gelungene Erstarbeit eines Auszubildenden gemeint.
Fazit:
Führungskräfte, die den Härtetest dieses globalen Marktes bestehen wollen, werden auch in Zukunft aus all den angesprochenen Möglichkeiten Kapital schlagen.
Zur Erinnerung:
- „Verwalten“ von Positionen führt in den Abgrund
- „Führen“ von Mitarbeitern dagegen zu dauerhaftem Geschäftserfolg
Weitere interessante Verkaufstipps, relevante Informationen rund um das Thema “erfolgreich verkaufen” sowie zahlreiche praktische Verkäufer Tipps findet man bei www.verkaufsmanagement-aktuell.de.
Thema: Verkaufsmanagement | Kommentare (0)