Beiträge vom April, 2011

So gewinnen Sie bis zu 20 % Effizienz in der Kommissionierung

Montag, 11. April 2011 6:00

Wo gelagert wird, da wird meistens auch kommissioniert. Doch gerade hier verschenken viele Kollegen bares Geld. Wenn Sie einige Regeln beachten, können Sie Ihre Kosten in diesem Bereich jedoch leicht um 20 % oder mehr drücken.

Lager und Kommissionierung gehören zusammen wie Henne und Ei. Doch allzu häufig optimieren Kollegen ihr Lager und dessen Abläufe bis zum letzten Quäntchen und vergessen dabei die Kommissionierung. So verschenken diese Kollegen bares Geld und machen viele andere Verbesserungen wieder obsolet. Dabei ist es gar nicht so schwierig, bei der Kommission 20 % effizienter und damit kostensparender zu arbeiten. Bei genauer Betrachtung von Kommissioniervorgängen fällt schnell auf, dass gerade bei den so genannten Wegzeiten viel Zeit und Geld verschenkt wird. Setzen Sie deshalb am besten hier an, wenn Sie an die Kommissionieroptimierung gehen wollen. Es gilt also, Wegzeiten einzusparen. Aber übertreiben Sie es dabei nicht, sondern gehen Sie lieber differenziert vor. Denn bei Teilen, die eher seltener abgerufen werden, bringt eine Wegoptimierung eher weniger, während ein kurzer Weg bei häufig nachgefragten Waren richtig viel ausmachen kann. Am besten unterteilen Sie als Erstes die Waren in Ihrem Lager nach dem ABC-Prinzip. So ordnen Sie Ihre Waren nach A-, B- und C-Klassen:

A-Artikel: A-Waren werden relativ häufig geordert und daher auch oft kommissioniert. Sie sind bei einer gut strukturierten Kommissionierung immer möglichst nah beieinander anzuordnen. Achten Sie dabei auch darauf, die Lagerung möglichst nah an Pack- und Versandstationen zu platzieren. Vor allem bei diesen Warenklassen gilt es, einen möglichst kurzen Materialweg zu realisieren. Die Anordnung der Warenlager sollte idealerweise so erfolgen, dass die Entfernung mit zunehmender Anzahl der Lieferscheinpositionen abnimmt.
B-Artikel: Diese Art Waren wird weniger häufig nachgefragt und deswegen auch seltener kommissioniert. Trotzdem sollten hier die Wege nicht allzu lang sein, und auch die einzelnen Lagerpositionen sollten sich noch leicht erreichen lassen.
C-Artikel: Diese Waren werden ganz selten bestellt und folglich auch selten in den Versand gebracht. Daher kann ihre Lagerposition recht weit von Verpackerei und Versand angeordnet sein.Auch bietet es sich an, diese Waren in schwerer zu erreichenden Lagerorten zu positionieren. Bei einer Ware, die beispielsweise nur zehnmal pro Quartal abgerufen wird, fallen die langen Wegzeiten kaum ins Gewicht.

Tipp: Prüfen Sie zusammen mit anderen Stellen im Haus (Verkauf, Produktionsw.), ob Sie diese Waren überhaupt vorrätig halten müssen oder ob Sie unter Umständen sogar ganz darauf verzichten können. Eventuell können Sie nämlich dadurch recht einfach die Anzahl der Lagerpositionen deutlich vermindern, was wiederum Geld und Logistik-Personal spart.
Sinnvoll in diesem Zusammenhang ist natürlich auch eine möglichst gute Anordnung der Waren nach ihren Produkteigenschaften. So sollten Sie immer darauf achten, große, schwere und sperrige Güter zusammen zu lagern. Achten Sie hierbei insbesondere darauf, dass sich diese Waren leicht aus ihren Lagerplätzen entnehmen lassen. Achten Sie auch auf die Zugriffsdichte. Bei einer geringen Anzahl von Zugriffen auf eine Warengruppe und damit den Lagerplatz steigen zwangsläufig auch die Kommissionierwege an. Um die Zugriffsdichte dennoch zu erhöhen, bieten sich zwei Wege an:

1. Arbeiten Sie mit Sammel-Picklisten. Hierbei werden mehrere Kundenaufträge mit ähnlichem Warenanteil zu einem Kommissionierauftrag zusammengefasst.

2. Arbeiten Sie mit so genannten Bereitstellungszonen. Bei dieser Methode werden einzelne Warengruppen in verschiedenen Läufen kommissioniert und an den Bereitstellungszonen zusammengetragen. Hier können sogar mehrere Kommissionierer verschiedene Warengruppen für einen Auftraggleichzeitig abarbeiten.

Diese Fehler sollten Sie bei allen Optimierungen vermeiden:

Viele Optimierungsbemühungen bei der Kommissionierung scheitern oft, weil einige Fallstricke nicht beachtet werden. Das sind insbesondere:

  • schlechte Unterscheidbarkeit von zusammen gelagerten Waren (gleiche Verpackung, ähnliche Artikelnummern).
  • fehlende oder nicht eindeutige Fachkennzeichnungen.
  • Bestandsabweichungen zwischen den realen Lagerzahlen und den im IT-System hinterlegten Zahlen.
  • falsche Einordnung von Rücklaufwaren und Fehlkommissionierungen.

Achten Sie auch auf die räumliche Anordnung! Ein weiterer Hemmschuh bei einer Kommissionieroptimierung ist häufig die nicht ausreichende Berücksichtigung der räumlichen Gestaltung in Kommissionierung, Verpackerei und Versand.
Deshalb sollten Sie immer folgende Gesichtspunkte untersuchen:

  • Sind die Bereitstellungszonen ausreichend dimensioniert?
  • Werden im Kommissionsierbereich andere Gegenstände wie beispielsweise Leerpaletten, Handwagen abgestellt?
  • Werden die richtigen Transportmittel verwendet? Müssen Kommissionierer häufig auf Kollegen warten, weil sie im selbenLagerbereich unterwegs sind?
  • Gibt es häufiger Leerkommissionierungen, weil sich die gesuchten Waren nicht im angegeben Fach befinden? – Gibt es Waren, die sich beispielsweise durch ungünstige Griffweiten nur schwer vom Lagerort entnehmen lassen (dieser Punkt ist insbesondere bei A- und B-Waren wichtig)?
  • Sorgen Sie für durchdachte Kommissionieraufträge.

Eine gute räumliche Anordnung der Waren ist bei genauerer Betrachtung aber nur die „halbe Miete“ bei der Optimierung der Kommissionierung. Auch die Kommissionieraufträge müssen zum neu gestalteten Lager passen. Insbesondere wenn Sie mit Sammel-Picklisten oder mit Bereitstellungszonen arbeiten wollen, müssen Sie Ihre Kommissionierlisten-Erzeugung darauf anpassen. Aber es gibt noch andere Hemmschuhe, die Ihre Kommissionierer unnötig ausbremsen. Dies können zum Beispiel schwer zu entziffernde Informationen auf den Picklisten oder auch eine zu kleine Schrift sein. Eine unzureichende Arbeitsbeleuchtung kostet ebenfalls Zeit. Doch auch für solche Fälle gibt es eine Reihe technischer Lösungen, die im Einzelfall weiterhelfen:

  • Kommissionierlisten in Form von Pick-Etiketten. Hier steht auf den Etiketten in gut lesbarer Form, wieviele Waren aus einem Fach zu entnehmen sind. Die einzelnen Etiketten werden nach der Entnahme auf die
    Warenverpackung aufgeklebt.
  • Pick-by-Light. Hier signalisieren Leuchtanzeigen, wie viele Waren an einem bestimmten Fach zu entnehmen sind.
  • Anzeigen am Kommissionierfahrzeug. Hier lotst eine Anzeige den Kommissionierer zum richtigen Gang und Fach; auch die Entnahmemengen werden angezeigt.
  • Optimieren Sie auch Verpackung, Versand und Warenausgang. Klar ist, dass die kommissionierte Ware verpackt und versendet werden muss. Bei diesen Vorgängen muss alles im Gleichtakt laufen.

Bedenken Sie dabei, dass die Kommissionier- Reihenfolge durch die Parameter Auftragszusammenstellung und Artikelzugriffsstruktur maßgeblich beeinflusst werden. Häufig ist aber beim Kommissioniervorgang noch gar nicht, bekannt, welche Waren schlussendlich zusammen auf eine Palette gepackt werden und in welcher Reihenfolge das geschieht. So wird häufig mit dem Beladen der Palette begonnen und später nochmal umgeschichtet. Das kostet unnötig Zeit und damit Geld. Tipp: Aus diesem Grund sollten Sie stets prüfen, ob Sie die Packzusammenstellung IT-gestützt abwickeln können.

Thema: Allgemein, Einkaufsmanagement, Logistik, Zukunft | Kommentare (0)

Wie Sie mit Zugaben Neukunden und Stammkunden begeistern …

Freitag, 8. April 2011 11:57

… und worauf Sie bei der Zugabenauswahl achten müssen

Es gibt wohl kaum ein besseres Mittel, um Kunden zu erfreuen, als ihnen ein Geschenk oder eine kostenlose Zugabe zur bestellten Ware zu liefern. Ob’s der Grieche ist, der einen Ouzo ausgibt, oder die Autowerkstatt, die kostenlos Scheibenreiniger einfüllt: Die Freude über ein unverhofftes Geschenk ist immer größer als der eigentliche Sachwert. Und aus dem Online- Versandhandel sind Zugaben gar nicht mehr wegzudenken. In nem Geschäft, in dem Unternehmen und Kunden nur über Distanz agieren, ist die kostenlose Zugabe ein unverzichtbares Instrument, um Emotionen und Nähe herzustellen.

Hier unsere drei Tipps für Ihre wirkungsvolle Zugabenstrategie:

1. Machen Sie echte Geschenke Das heißt nichts anderes als: Ihre Zugabe muss als Geschenk empfunden werden. Dazu muss sie unerwartet und bedingungslos sein. Ein echtes Geschenk ist nicht an das Erreichen bestimmter Umsatzgrößen gekoppelt. Und permanente Zugaben, die jeder Bestellung beigelegt werden, werden schon bald nicht mehr als Geschenk empfunden, sondern wie selbstverständlich einkassiert.

Tipp a: Freude auslösen! Bei einer Zugabe kommt es auf die emotionale Wirkung beim Empfänger an. Das heißt: Hüten Sie sich davor, billige Plastikwerbeartikel zu versenden oder Ladenhüter dazuzupacken. Ein Ladenhüter bleibt ein Ladenüter. nützlich sein oder Spaß machen. Natürlich soll der Beschenkte mit der Zugabe etwas anfangen können. Nutzwert oder Spaß sind die Kriterien, die sie erfüllen sollte.

Tipp b: Wertvoll sein! Ich erinnere mich an das Treuegeschenk einer großen Versicherung, nachdem ich ein Jahr Kunde war: ein Lesezeichen aus Plastik. Darüber konnte ich mich nicht freuen. Ich habe dies als Missachtung empfunden. Missachtung für einen Kunden, der womöglich jahrzehntelang beim gleichen Vertragspartner bleibt und dabei Tausende von Euro einzahlt. Da liefert das Modehaus Braun in Moers ein tolles Beispiel: Dort bekommen Stammkundinnen zu Weihnachten einen wertvollen Seidenschal geschenkt: keinen Ladenhüter, sondern in Muster/Farbe passend zum Trend der Mode.

2. Achten Sie auf den Werbeeffekt! Ihre Zugabe ist natürlich nicht völlig selbstlos. Schließlich soll sie einen Werbeeffekt für Ihr Unternehmen haben. Da hilft es, wenn Sie die folgenden Kriterien beachten.

Tipp c: Bezug zum Unternehmen! Sie können Ihre Kompetenz unterstreichen, wenn die Zugabe einen Bezug zum Unternehmen oderzur bestellten Ware aufweist. Deutschlands größter Händler für Darjeeling- Tee legt einen kleinen Metallclip in Firmenfarbe bei. Ein kleines Kärtchen erklärt, wozu er gut ist: damit Sie die Teepackung nach dem Öffnen wieder sicher verschließen können. Clever und kostet fast nichts. Wenig passend ist es, wenn Sie versuchen, krampfhaft einen Bezug zu Ihrem Unternehmen zu finden. Da kommt es dann schon manchmal zu Kalauern wie bei dem Plastikmesser mit der Aufschrift „Mit uns schneiden Sie gut ab.“ Passt gut beim Metzger, gefunden habe ich es aber bei einem Versicherungsvertreter.

Tipp d: Verwendbarkeit! Wichtig ist, dass Ihre Zugabe vom Beschenkten auch zu verwenden ist. Und da scheiden Zugaben wie Luftballons, Gummibärchen oder Badeenten häufig aus. Denn ein Werbemittel, das im Kinderzimmer landet, wirbt im Kinderzimmer. Besser wäre es, Ihre Zugabe wäre täglich im Gesichtsfeld des Beschenkten oder würde häufig von ihm benutzt. Dann hätte sie den Effekt, ihn an Ihr Unternehmen zu erinnern.

Tipp e: Werbeeffekt! Mit einer Zugabe, die aus einem anderen als dem georderten Produktbereich kommt, schaffen Sie Querverbindungen zu Ihrem Sortiment. Sprich: Sie machen auf andere Produkte oder Dienstleistungen Ihres Hauses aufmerksam.
3. Achten Sie auf die Kosten Und hier gibt’s gleich zwei Aspekte, auf die Sie achten sollten. Den einen erwähnten wir bereits beim Thema „Freude auslösen“. Eine Zugabe darf nicht so billig oder wertlos wirken, dass der Beschenkte verächtlich auf sie herabsieht. Sie muss in einem gesunden Verhältnis zum erzielten Umsatz mit dem Kunden stehen. Denn der gefühlte Wert der Zugabe sollte immer deutlich unter dem Wert der Bestellung liegen. Und schließlich geht es bei dem Thema auch noch um die Versandkosten. Eine Zugabe darf die Versandkosten keinesfalls erhöhen.

Last, but not least: Haben Sie die ideale Zugabe gefunden? Dann hüten Sie sich trotzdem davor, sie bei jeder Bestellung oder jedem Einkauf dazuzulegen. Eine Zugabe, die unverhofft beiliegt, wirkt in jedem Fall stärker, als wenn Sie diese Beilage zum Standard machen.

Thema: Allgemein, Einkaufsmanagement, Marketing, Public Relations (PR), Verkaufsmanagement, Werbung | Kommentare (0)