Digitale Poesiealben erobern die Geschäftswelt
Die Digital-Life-Design-Konferenz (DLD) führt jedes Jahr Pioniere aus Internetwirtschaft, Medien und Wissenschaft in München zusammen. Die Beiträge liefern ein Spiegelbild der Entwicklungen, die uns in den nächsten Jahren erwarten.
Der Trendletter hat die 2,5-tägige Konferenz besucht und fasst die wichtigsten Ergebnisse aus Unternehmersicht zusammen:
Der Siegeszug der sozialen Netzwerke geht weiter
Bald werden sich dort alle Ihre jüngeren Mitarbeiter beteiligen.
Fakten:
Facebook, ein digitales Poesiealbum mit Kontaktmöglichkeit, wurde vor gut einem Jahr in Deutschland gestartet. Heute gibt es 2 Mio. Nutzer. Das größte soziale Netz der Welt gewinnt derzeit 1.000.000 Nutzer pro Woche hinzu. Andere Netze wie StudiVZ, Xing, Linkedin sind ebenso erfolgreich.
Neue Verhaltensweisen:
Nutzer laden mehr eigene Bilder und Videos hoch. Viele sind überdies im Dauerkontakt mit ihrer Online-Präsenz etwa auf Facebook – und geben halbstündlich Statusmeldungen ab.
Nutzen für Unternehmer:
1) Hier können Sie Stellenbewerber kennen lernen und
2) hier finden Sie Diskussionen, Foren sowie Fanclubs, die Ihre Firma, Ihre Produkte oder Ihre Branche betreffen.
Unternehmen setzen diese Technologie künftig auch für ihre internen Zwecke ein
Tendenz:
Firmen-Netzwerke werden zum Problemlösungswerkzeug.
Ein Beispiel liefert Best Buy. Der 1968 gegründete Elektronik- Einzelhändler betreibt heute 1.300 Läden, vornehmlich in den USA, mit 150.000 Mitarbeitern. Zentrale interne Plattform ist Blueshirtnation.com, ein internes Facebook.
Idee:
Das Unternehmen wollte Aktivitäten, die Mitarbeiter ohnehin in sozialen Netzwerken entfalten, in die Firma holen. So entstand eine Mischung aus lebendigem Telefonverzeichnis, Wissensnavigator, Kontakt-Plattform und sozialem Kitt. Für die Teamführung und -kommunikation sowie den Ideenaustausch wurde überdies das Forum Watercooler im Internet geschaffen. Mitarbeiter treffen sich am virtuellen Getränkeautomaten, wo sie schnell Informationen austauschen. Die Rolle der Kommunikationsabteilung von Best Buy hat sich deutlich verändert. Sie verbreitet nicht mehr die Nachrichten, sondern stellt die Plattformen bereit, die Nachrichten verbreiten die Mitarbeiter selbst. Durch die Konkurrenz der boomenden sozialen Netze wird Fernsehen zu einem irrelevanten Medium. Ganz besonders gilt das für die Digital Natives (übers. digitale Eingeborene), also die nach 1986 Geborenen, die derzeit die Arbeitswelt in allen Betrieben erobern.
Der entscheidende Mangel am TV aus Sicht dieser Generation
Fernsehen ist reiner Konsum, man kann keine Kontakte mit anderen Mediennutzern schaffen. Deshalb rückt Fernsehen künftig in die Rolle eines ambience media – der Bildschirm läuft, aber er ist nicht mehr als ein elektronisches Lagerfeuer, das kaum beachtet wird. Den größten Teil ihres Medien-Zeitbudgets widmen die Digital Natives ihren Kontakten im Internet.
Trendletter-Einschätzung:
Diese Erkenntnis setzt sich auch unter den digitalen Gurus durch: In turbulenten Zeiten gewinnt der Produktionsfaktor Vertrauen an Gewicht. Digitale Netze sind wichtig, weil sie das Ideen- und Beziehungskapital mobilisieren. Aber nur die persönliche Begegnung schafft jenes Vertrauen, das nötig ist, um in unsicheren Zeiten die Flexibilität und die Risikofreude der Mitarbeiter zu erhalten.
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