Nutzen Sie die Methoden des Risk-Managements für Ihren Fuhrpark
Montag, 20. Dezember 2010 9:31
Sie können sich in der heutigen Zeit mithilfe von Dritten gegen nahezu alle Risiken des Betriebs und des Fahrzeugeinsatzes rundum absichern. Es gibt sogar Gewinn- und Umsatzausfallversicherungen.
Nur: Wenn Sie alle von den Versicherungen angebotenen Möglichkeiten komplett nutzen würden, hätten Sie keine Chance, in dem heutigen harten Wettbewerb zu bestehen, denn dann wären Ihre Kosten so hoch, dass Sie nicht mehr konkurrenzfähig wären.
Deshalb ist es nicht nur in Krisenzeiten zwingend notwendig, laufend zum einen betriebliche Risiken durch Prozessoptimierungen zu reduzieren und zum anderen die bestehenden Versicherungen auf ihre Werthaltigkeit hin zu überprüfen. Dies Ganze wird unter dem Begriff Risk- Management zusammengefasst, den wir im Folgenden für Sie in Kurzform erläutern.
Vorteile einer Absicherung von betrieblichen Risiken durch Dritte wie zum Beispiel der Einsatz von Versicherungen oder Fahrzeug-Full-Leasing-Systemen:
- Ausschaltung von unabsehbaren Risiken
- gleichmäßige Verteilung der Kosten auf den Fuhrpark
- gleichmäßige Kostenstruktur auf den Zeitverlauf
- externe Schadenabwicklung
Nachteile:
- hohe Betriebskosten
- erhöhter Anteil von produktionsunabhängigen Kosten (fixe Kosten)
- geringere Rentabilität der Einsatzmittel (Fahrzeuge) durch höhere Gesamtkosten
- geringerer „Leidensdruck“ für Schadenreduzierungsmaßnahmen (die Versicherung bezahlt ja den Schaden)
Methoden des Risk-Managements
a) Analyse des Fuhrparks
Im 1. Schritt des Risk-Managements untersuchen Sie die Quellen und die Höhe der Kosten. Vor allem sind eventuelle Unterschiede zwischen den Fahrzeugen bzw. Fahrzeuggruppen für Sie interessant. Für diese Untersuchung sollten Sie 3 Blöcke bilden, um einen besseren Überblick zu bekommen.
1. Kostenblock
Schäden, Reparaturen und Wartungsarbeiten bedingt durch Verschleiß und den Alterungsprozess. Mithilfe dieser Kostenbewertung können Sie den idealen Ersatzbeschaffungszeitpunkt ausrechnen.
2. Kostenblock
Kosten, die betriebsbedingt entstehen, wie Treibstoffkosten, Reifenverschleiß, Kfz-Steuern usw. Die Betrachtung von einsatzbezogenen Kosten ist für Sie ausschlaggebend für die Notwendigkeit von Fahrerschulungen und von Ersatzbeschaffungen (Qualitätsvergleich) der Fahrzeugteile.
3. Kostenblock
Risikokosten, die durch fehlerhafte Wartung, unsachgemäßen Fahrzeugeinsatz, falsches Fahrverhalten und Unfälle entstehen. Diesen Kostenblock müssen Sie vor allem auf die Ursachen hin untersuchen, um künftig Maßnahmen zur Verhinderung treffen zu können.
Maßnahmenanalyse
Bei der Maßnahmenanalyse wird festgestellt, was bisher unternommen wurde, um die Kosten der einzelnen Blöcke zu reduzieren und/oder sie durch Versicherungen abzumildern.
b) Maßnahmen
Sie müssen nun Maßnahmen einleiten, um die durch die Analyse festgestellten Mängel zu beheben oder zumindest zu reduzieren. Unterteilt wird hierbei in
- personalbezogene,
- materielle/verwaltungsrelevante und
- versicherungstechnische Maßnahmen.
Personalbezogene Maßnahmen
Personalbezogene Maßnahmen sind zum Beispiel:
- regelmäßiges Fahrsicherheitstraining des Fahrpersonals
- Telefonierverbot während des Fahrens
- Rauchverbot am Steuer
- Prämien für unfallfreies Fahren
- Mitnahmeverbot von betriebsfremden Beifahrern (Anhalter o. Ä.)
- ein personenbezogenes Fahrtenbuch
- die Übertragung der Verantwortung für Wartungsintervalle und Fahrzeugpflege auf das Fahrpersonal
- absolutes Alkoholverbot für das Fahrpersonal
- gründliche Einweisung neuer Fahrer in ihre Aufgaben und in die Bedienung des Fahrzeugs
- jährliche theoretische und praktische Unterweisung des Fahr- und Beladepersonal in Sachen Ladungssicherung
- das Führen einer Schadenstatistik zur Überwachung von kleinen und mittleren Schäden verursacht durch das Fahr- und Ladepersonal
- jährliche Überprüfung von Dienstanweisungen auf ihre Aktualität und Beachtung durch das Personal
- sofortige Meldepflicht von Mängeln und Schäden am Fahrzeug durch das Fahrpersonal
- Erstellen eines schriftlichen Protokolls bei Unfällen durch das Fahrpersonal, in dem Ursache, Hergang, Beteiligte und Maßnahmen dokumentiert sind n ständige Aus- und Weiterbildung des eingesetzten Personals
Materielle und verwaltungsrelevante Maßnahmen
Materielle und verwaltungsrelevante Maßnahmen können sein:
- Ausstattung der Fahrzeuge mit Feuerlöscher, Warnschutzweste, Winterreifen, Schneeketten, umfangreichem Werkzeug, windsicheren und wassergeschützten Handlampen, Radio für den Verkehrsfunk, vollwertigem Ersatzrad, aktuell und gut ausgestattetem Erste-Hilfe-Kasten, Handschuhen, Ersatzkleinteilen (Sicherungen, Glühbirnen) und anderen notwendigen technischen Einrichtungen
- Ausstattung der betriebseigenen Werkstatt mit qualitativ hochwertigem und passendem Werkzeug, die Vorratshaltung von ausreichend Kleinteilen und den richtigen Schmier- und Pflegemitteln
- Überprüfung der Beschaffungs- und Lagerkosten von Ersatzteilen
- berechnungstechnische Überprüfung, welche Reparaturarbeiten in der eigenen oder fremden Werkstatt preisgünstiger durchgeführt werden können
- Einrichtung von fahrzeugbezogenen Kostenstellen und Kostenträgern in der Buchführung für die Kostenkontrolle
- Erstellung und ständige Aktualisierung von Dienstanweisungen für das Fahrund Wartungspersonal
- das Führen und Pflegen von Statistiken wie beispielsweise der Unfall-, Reparatur- und Wartungsstatistik
- sofern noch nicht vorhanden, das Erstellen und Aktualisieren von Reifenbüchern, um die Qualität der unterschiedlichen Marken, die Laufleistung der Typen und die Schäden zu dokumentieren und zu kontrollieren
Versicherungstechnische Maßnahmen
Die Absicherung durch Dritte sollten Sie einteilen und untersuchen in
- vom Gesetzgeber vorgeschriebene Mindestversicherungen, wie z. B. die Kfz-Haftpflichtversicherung oder die Frachtversicherung (die unvermeidbar sind);
- Versicherungen, die betriebsbedrohende Risiken abdecken (die ebenfalls notwendig sind), und
- Zusatzversicherungen, die alle anderen Risiken abdecken (und eventuell überflüssig sind).
c) Erfolgskontrolle
Wenn Sie alle Maßnahmen durchgeführt haben, sollten Sie im regelmäßigen Abstand eine Erfolgskontrolle durchführen, um die Wirksamkeit Ihres Risk-Managements zu prüfen und eventuell notwendige Korrekturen vorzunehmen.
Die wichtigsten Instrumente der Erfolgskontrolle beim Risk-Management sind:
- Statistiken, die den Schadenverlauf, die Kostenentwicklung, die Ausfallkostensummen und den Versicherungskostenverlauf vergleichend darstellen (die Überprüfung des Schadenprozesses von dem Zeitpunkt des Schadens bis zur Schadenabwicklung beziehungsweise der Behebung des Schadens),
- die betriebliche Buchführung, die betriebswirtschaftliche Auswertung, die Kostenträger- und Kostenstellenrechnung, die die Aufgabe haben, die Datenbasis für die vergleichenden Statistiken zu liefern,
- ein turnusgemäß durchgeführter Erfahrungsaustausch innerhalb der Firma mit anderen Abteilungen über die Ergebnisse des Risk-Managements,
- regelmäßiges Einholen von Konkurrenzangeboten der bestehenden Versicherungen,
- zumindest einmal jährlich ein Vergleich der Versicherungsleistungen mit der Versicherungskostenentwicklung und dem Schadenverlauf.
Durch den permanenten Kreislauf von Bestandsaufnahme, Maßnahmen und Kontrollen verbessern sich sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die Sicherheit Ihres Fuhrparks, was letztendlich das Ziel des erfolgreichen Risk-Managements ist! Der notwendige Mehraufwand für das Risk-Management rechnet sich letztendlich in der Regel um ein Vielfaches über die erkannten Einsparmöglichkeiten im Fuhrpark.
Weitere Informationen über Fuhrparkmanagement finden Sie unter www.Logistik-manager.com
Thema: Allgemein, Fuhrparkmanagement, Logistik | Kommentare (0)