Mittwoch, 27. Januar 2010 9:30
Die Pressepräsentation Ihres letzten Geschäftsberichts war ein schöner Erfolg. Die Medien veröffentlichen Ihre Kennzahlen und zeigen das Entwicklungspotenzial Ihres Unternehmens auf. Und die Versandaktion an Kunden, Geschäftspartner und Interessenten läuft gut. Dennoch haben Sie wenig Zeit, sich entspannt zurückzulehnen, denn das Projekt Geschäftsbericht 2009 beginnt – tatsächlich – schon jetzt, und zwar mit dem inhaltlichen und gestalterischen Entwurf.
Ihr Geschäftsbericht ist das Werbemittel Nr. 1
In jedem Jahr werden die besten Geschäftsberichte ausgezeichnet: ob „manager magazin“, Econ-Award oder ARC-Awards, mit einer solchen Auszeichnung erhöht sich die Strahlkraft der Geschäftsberichte, rücken sie auf den ersten Platz der Werbemittelskala. Zu Recht. Denn kein anderes Werbemittel verbindet Transparenz, Kommunikation und Gestaltung in dieser Symbiose. Ihr Geschäftsbericht bietet dem Leser einen Einblick in die Gesichte, Kultur, Philosophie Ihres Unternehmens. Er blättert strategische Entscheidungen auf, stellt Marken und Leistungen in den Mittelpunkt und bilanziert das Geschäftsjahr, nennt harte Fakten und Perspektiven. Kurzum: Der Geschäftsbericht setzt Unternehmen und Marken in Szene.
Was macht einen Geschäftsbericht auszeichnungswert?
Drei Faktoren müssen stimmig sein:
1. der Inhalt
2. die Sprache
3. die Gestaltung
Wenn es Ihnen gelingt, diese drei Aspekte aufeinander abgestimmt zu einem Gesamtwerk verschmelzen zu lassen, wenn Sie Ihre Zahlen übersichtlich und Ihre Strategien transparent präsentieren, dann bieten Sie einen beispielhaften Geschäftsbericht 2009.
Checkliste: So erstellen Sie einen glaubwürdigen und stimmigen Geschäftsbericht
Inhalt und Aufbau
- Geben Sie einen Überblick über Ihre Kennzahlen der letzten drei Jahre?
- Sind die Zahlen in übersichtlicher Form aufbereitet?
- Spricht Ihr Geschäftsführer in einem persönlichen Brief die Leser an?
- Nennt dieser Brief bedeutende Themen, die das Geschäftsjahr prägten?
- Nennen Sie Ihr Mission Statement?
- Sind Ihre Werte und Ziele erkennbar?
- Stellen Sie die Arbeit der Geschäftsführung/des Vorstandes vor?
- Je nach Gesellschaftsform: Bieten Sie einen Bericht des Aufsichtsrates?
- Geben Sie einen Überblick über Ihr Portfolio?
- Entspricht die Inszenierung Ihrer Unternehmens- und Markenpolitik
der Kommunikationsstrategie?
- Nennen Sie Standorte und Aufgabenschwerpunkte?
- Bieten Sie ein Organigramm?
- Je nach Gesellschaftsform: Erfüllen Sie die Standards an Ihre
Rechenschaftspflicht?
- Bieten Sie eine sinnvolle Navigation durch den Bericht wie Seitenmarker,
Seitenregister, farbliche Führung durch die Rubriken?
Text und Sprachstil
- Formulieren Sie in Ihrem Corporate Wording?
- Passt Ihre Sprache zum Kommunikationsstil des Unternehmens und zu Ihrer Kommunikationslinie?
- Passt die textliche Anordnung zum Corporate Design des Unternehmens?
- Haben Sie die Unternehmensentwicklung verständlich und in stringentem
Sprachtonus erläutert?
- Verwenden Sie textliche Eycatcher wie Headlines, markierte Keywords?
- Führt ein Vorspann in die Texte ein?
- Gliedern Zwischenüberschriften die Texte und pointieren den folgenden Inhalt?
- Ist der Text leserfreundlich gesetzt durch Weißräume, Marginalspalten,
Durchschüsse, Kästen und Markierungen
- Verwenden Sie eine lebhafte, eindrucksvolle Sprache?
- Verzichten Sie auf Floskeln und Redundanzen?
- Vermeiden Sie Fremdwörter?
- Verwenden Sie aktive Sätze und vermeiden Substantivierungen?
- Baut Ihr Text einen Spannungsbogen auf?
- Entsteht beim Lesen eine Textmelodie aus Sätzen verschiedener Länge?
- Passt der Text zu Ihren Bildern, transportieren die Bildunterschrifteneine
relevante Botschaft?
Gestaltung
- Entspricht die Gestaltung Ihrem Corporate Design hinsichtlich Schrift, Farbe, Text und Bild?
- Ist Ihre Hausfarbe als dominante Farbe erkennbar, und zwar bereits auf dem Titelblatt.
- Bietet das Titelblatt einen Beszug zum Inhalt des Berichtes, bietet es einen
Wiedererkennungswert, sind Logo und evtl. Slogan vorhanden?
- Ist Ihr Titelblatt veredelt durch Prägung, Stanzung, Laminierung?
- Welche Haptik erzeugt der Umschlag, welche die Innenseiten?
- Bieten Sie Gestaltungselemente, um eine Leserführung und
Rubrikunterscheidung zu erreichen?
- Gibt es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wort, Bild und weiteren
Gestaltungsmerkmalen wie Info-Grafik, Tabellen, Diagrammen?
- Bauen Sie durch Text und Bild einen Spannungsbogen auf?
- Setzen Sie Highlight-Seiten mit ausdruckstarken Fotos und
Leads vor die Kapitel?
- Welche Gestaltungsmerkmale weist Ihr Bericht stringent auf?
Fotostrecken, Fotomarken, Farbflächen oder Farblinien?
- Welche gestalterische Grundidee bietet Ihr Konzept, welche kreative Gestaltung fällt auf wie doppelte Faltseiten, transparente Zwischenseiten, Fotostrecken, Farbflächen und -linien?
- Welche Extras bieten Sie, wie ein herausnehmbares Heft mit Ihren Kennzahlen, ein Leporello zur Jahreskampagne, ein Anschriftenheft, eine Image-CD etc.?
- Unterscheidet sich die redaktionelle Gestaltung des Zahlen-Fakten-Teils?
- Reduzieren Sie den Blick im Zahlen-Fakten-Teil ausschließlich
auf die sachliche Information?
- Sind die Tabellen gut lesbar, die Diagramme und Info-Grafiken
mit Legenden versehen?
- Nimmt die letzte Umschlagseite das Thema/Motiv der Titelseite wieder auf?
Weitere nützliche Tipps rund um das Thema Öffentlichkeitsarbeit erhalten Sie auf: www.prpraxis.de