Logistik mit System

So finden Sie für Ihr Lager schnell das richtige Regal- und Kommissioniersystem

Sie werden mir Recht geben: Die Frage nach dem richtigen Kommissioniersystem ist in der gesamten Logistik-Kette die am meisten und heftigsten diskutierte Frage. Und bei genauerer Betrachtung muss zum Finden dieser Frage weit mehr beantwortet werden, als welche Technik wie viele Teile in welcher Zeit kommissionieren kann.

Denn zur Beurteilung der Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Logistik-Systeme müssen Sie Ihre Voraussetzungen, Gegebenheiten und Bedürfnisse klar herausarbeiten. Erst danach können Sie entscheiden, welche Kommissionierart oder welche Kombination die richtige ist. In dieser Sonderausgabe möchte ich Ihnen die unterschiedlichsten Kommissioniersysteme näherbringen, um Ihnen Anregungen und Ideen für den eigenen Bereich an die Hand zu geben.

Damit Sie sich einer Entscheidungsfindung für ein Kommissioniersystem überhaupt erfolgreich annähern können, unterteilen Sie den Kommissioniervorgang gedanklich immer in 4 Grundfunktionen:

  • Bereitstellung von Ware
  • Fortbewegung der Ware
  • Entnahme der Ware
  • Abgabe der Ware

Klären Sie außerdem die Frage, wie Sie die Waren für den Kommissionierer optimal bereitstellen können. Hierbei bieten sich die 2 klassischen Methoden „Mann zur Ware“ oder „Ware zum Mann“ an.

Was vor der Entscheidung für „Mann zur Ware“ oder „Ware zum Mann“ zu klären ist

Um hier auch wirklich eine tragfähige Antwort zu finden, stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Genügt es, wenn die Kommissionierer sich nur in einer räumlichen Ebene bewegen, oder benötigen Sie wegen der Vielzahl oder der großen Dimensionen Ihrer Waren auch die vertikale Ausrichtung?
  • Ist die automatische oder die manuelle Warenentnahme sinnvoller?
  • Wohin wird die Ware nach der Kommissionierung verbracht? Hier stehen die Varianten dezentral – also direkt am Entnahmeort – oder zentral (an einem Sammelplatz) zur Auswahl.

Achtung: Beachten Sie, dass bei einer dezentralen Sammlung immer noch die Frage der Auftragszusammenführung zu klären ist.

Wenn Sie diese Fragen für sich beantwortet haben, können Sie das richtige Kommissioniersystem auswählen. Dazu müssen Sie aber beurteilen können, wo die Stärken und Schwächen der einzelnen Systeme liegen. Hier gilt es, die technischen und auch die organisatorischen Merkmale gleichermaßen zu berücksichtigen (wie Kommissionierleistungen und sonstige Einsatzkriterien).

Dazu werden wir im folgenden die verschiedenen Kommissioniersysteme und deren Kombinationsmöglichkeiten genauer betrachten.

Ein- und mehrgeschossige Fachbodenregale Beim eingeschossigen Fachbodenregal bewegen sich Ihre Kommissionierer auf einer Ebene, und die Waren befinden sich immer in normaler Griffhöhe.

Bei mehrgeschossigen Regallagern muss ein Kommissionierer hingegen auch Treppen steigen, um an alle Waren heranzukommen.

Bei den eingeschossigen Fachbodenregalen kommissioniert also der Mitarbeiter einen Auftrag in einem Rundgang. Hierzu muss die Ware wegeoptimiert eingelagert sein. Hat der Kommissionierer seinen Rundgang beendet, ist auch der Auftrag abgearbeitet.

Tipp: Während eines Rundgangs können mehrere Aufträge abgearbeitet werden. Auch eine „zweistufige“ Kommissionierung ist denkbar. Bei jedem Fachbodenregallager bestimmt die maximale Greifhöhe des Mitarbeiters die größte realisierbare Höhe des Regals (max. 1,80 m). Bei beengten Platzverhältnissen oder einer großen Warenanzahl kommen mehrgeschossige Fachbodenregallager zum Einsatz. Hier müssen die Angestellten die einzelnen Ebenen durch Treppen erreichen.

Achtung: Dieses Treppensteigen kostet den Mitarbeiter zum einen Zeit, und außerdem ist beim Fachbodenragallager sowohl die zu kommissionierende Ware wie auch der Nachschub nur mit begrenzten Gewichten realisierbar.

Datum: Freitag, 23. Januar 2009 15:14
Themengebiet: Allgemein

WongIt!

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