Retail-Trends: Wie sich der Handel für die 20er Jahre aufstellt
These 1:
Zurück ins Zentrum: Die Metropolen sind in derRetail-Zukunft mehr denn je die Kristallisationspunkte des Wachstums und der Innovation.
Einflussreiche Metropolen werden die Ökonomie des 21. Jahrhunderts bestimmen. Bereits im Jahr 2007 hat das Gross Domestic Income (GDI) der 10 größten Städte der Welt das GDI von 162 Nationen überboten. In den Zentren findet das Big Business der Zukunft statt. Und weil das Shopping auf der grünen Wiese künftigen Umweltstandards nicht mehr genügt, rückt das Zentrum immer mehr in den Trendfokus – auch bei IKEA, dem Giganten der weltweiten Gewerbeparks. Die Konsumenten freuen sich auf die neue Urbanität, nicht zuletzt weil das Metropolen- Shopping umweltverträglicher ist. IKEA und andere Global Player reagieren bereits darauf und siedeln sich in den urbanen Zentren an. Vieles, was angemessene Fläche bis vor Kurzem nur auf der grünen Wiese fand, drängt in die Zentren. Thailand toppt die Bauwut in den Metropolen noch: der neue 50.000-m2-Zen-Department- Store (www.zen.co.th) findet mitten in Bangkok auf 7 Etagen statt.
These 2:
Rezessions-Chic: Discount-Innovationen in der Stil-Metropole machen aus den Billighubern den neuen Mittelklasse-Chic.
Auch bei den Discountern gilt mittlerweile: „Brain (and Service) beats Budget.“ Billigketten wie das japanische Uniqlo (www.uniqlo.com) oder Primark aus Irland (www.primark.co.uk) haben gerade in der Trendhauptstadt London für Ausrufezeichen gesorgt, was Cheap- Chic-Retail-Design angeht. Primark eröffnete jüngst auf der Oxford Street einen 3.700-m2-Store, bei dem nur wenig an einen Harddiscounter erinnert: Dunkles Holz und schicke Neon-Lichtdramaturgie, inszeniert von Dalziel + Pow, verbreiten urbanen Glamour.
These 3:
Indien – pädagogische Malls und großes Shopping- Kino verändern die Konsumkultur der neuen Supernation.
Bangkoks gigantisches SpaceGal ist ein Geschäft für Damenmode, das wie eine Star-Trek- Folge daherkommt und die junge Kundschaft mit Ironie, Überraschungen und Unterhaltung anspricht. Mit großer Selbstverständlichkeit – Bollywood lässt grüßen – schieben sich die Fantasie- Bedürfnisse der Konsumenten und die Produktwelten des Handels ineinander. Shopping heißt in Bangkok zugleich auch Amusement und hat immer etwas von großer funkelnder Fiktion. Das Select CityWalk in South Delhi (www.selectcitywalk.com) ist dagegen eine klassische Mall, die das ausdrückliche Konzept verfolgt, indische Konsumenten an das Mall-Shopping heranzuführen. Oberstes Gesetz: moderater Luxus, um den Schock des Neuen in Grenzen zu halten. 80 % der Kunden von City Walk sind Frauen, die lernen, alles von der Bluse bis zum Brokkoli in der Mall zu kaufen. Es war schwer, das Mall- Shopping in Indien populär zu machen, doch Argumente wie Sicherheit und das ungewohnte Gefühl der Weiträumigkeit beginnen die Inder zu überzeugen.
These 4:
Glamour wandert nach Osten – und trifft auf orientalische Jugend und Farbigkeit.
In keiner europäischen Stadt gibt es mehr Milliardäre als in Istanbul. Was dem in Design verliebten Hotspot am Bosporus noch fehlt, ist eine eigene Luxus-Weltmarke. Das Naked auf der europäischen Seite der Stadt feiert den Glauben an Modernität und Technologie. Auf knapp 8.000 m2 und im elegant schwarzen 60er- Jahre-Nachtclub- Stil werden globale Marken wie Elemente aus einer anderen Welt präsentiert. Naked verkörpert ein jugendliches Lifestyle-Konzept – und tut das mit Recht: 27,3 Jahre beträgt der Altersdurchschnitt in der Türkei (Deutschland: 42 Jahre), nur 6,6 % der Menschen sind älter als 65 Jahre. Kanyon (www.kanyon.com.tr), ein aus 160 Geschäften bestehendes Istanbuler Einkaufszentrum, das 179 Luxuswohnungen, Grünanlagen und modernste Büros mit der Mall schluchtartig verbindet, ist der gigantische Konkurrent von Naked. Allerdings ist das Kanyon auch ein Sinnbild für architektonischen Größenwahn, der in der westlichen Welt bereits an seine Grenzen gestoßen ist: Eine ganze Welt des Handels und der Geschäfte an einem kommerziellem Ort zu konzentrieren, hat in der „alten Welt“ Gefühle von konsumistischer Platzangst erzeugt.
Trendbriefing
1. Metropolen und Innenstädte bleiben die Epizentren für Trends und Neues.
2. Die jungen Kulturen des Ostens definieren Luxus und Glamour um.
3. Future Shopping definiert neue Schnittstellen mit Interaktion und Unterhaltung.
Für weitere Trenfinformationen empfehlen wir Ihnen die Seite: www.zukunftsletter.de, dort erhalten Sie alle wichtigen Informationen bzgl. aller aktuellen Trends für die Zukunft.
