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Digitale Poesiealben erobern die Geschäftswelt

Dienstag, 14. Juli 2009 16:31

Die Digital-Life-Design-Konferenz (DLD) führt jedes Jahr Pioniere aus Internetwirtschaft, Medien und Wissenschaft in München zusammen. Die Beiträge liefern ein Spiegelbild der Entwicklungen, die uns in den nächsten Jahren erwarten.

Der Trendletter hat die 2,5-tägige Konferenz besucht und fasst die wichtigsten Ergebnisse aus Unternehmersicht zusammen:

Der Siegeszug der sozialen Netzwerke geht weiter

Bald werden sich dort alle Ihre jüngeren Mitarbeiter beteiligen.

Fakten:
Facebook, ein digitales Poesiealbum mit Kontaktmöglichkeit, wurde vor gut einem Jahr in Deutschland gestartet. Heute gibt es 2 Mio. Nutzer. Das größte soziale Netz der Welt gewinnt derzeit 1.000.000 Nutzer pro Woche hinzu. Andere Netze wie StudiVZ, Xing, Linkedin sind ebenso erfolgreich.

Neue Verhaltensweisen:
Nutzer laden mehr eigene Bilder und Videos hoch. Viele sind überdies im Dauerkontakt mit ihrer Online-Präsenz etwa auf Facebook – und geben halbstündlich Statusmeldungen ab.

Nutzen für Unternehmer:

1) Hier können Sie Stellenbewerber kennen lernen und
2) hier finden Sie Diskussionen, Foren sowie Fanclubs, die Ihre Firma, Ihre Produkte oder Ihre Branche betreffen.

Unternehmen setzen diese Technologie künftig auch für ihre internen Zwecke ein

Tendenz:
Firmen-Netzwerke werden zum Problemlösungswerkzeug.
Ein Beispiel liefert Best Buy. Der 1968 gegründete Elektronik- Einzelhändler betreibt heute 1.300 Läden, vornehmlich in den USA, mit 150.000 Mitarbeitern. Zentrale interne Plattform ist Blueshirtnation.com, ein internes Facebook.

Idee:
Das Unternehmen wollte Aktivitäten, die Mitarbeiter ohnehin in sozialen Netzwerken entfalten, in die Firma holen. So entstand eine Mischung aus lebendigem Telefonverzeichnis, Wissensnavigator, Kontakt-Plattform und sozialem Kitt. Für die Teamführung und -kommunikation sowie den Ideenaustausch wurde überdies das Forum Watercooler im Internet geschaffen. Mitarbeiter treffen sich am virtuellen Getränkeautomaten, wo sie schnell Informationen austauschen. Die Rolle der Kommunikationsabteilung von Best Buy hat sich deutlich verändert. Sie verbreitet nicht mehr die Nachrichten, sondern stellt die Plattformen bereit, die Nachrichten verbreiten die Mitarbeiter selbst. Durch die Konkurrenz der boomenden sozialen Netze wird Fernsehen zu einem irrelevanten Medium. Ganz besonders gilt das für die Digital Natives (übers. digitale Eingeborene), also die nach 1986 Geborenen, die derzeit die Arbeitswelt in allen Betrieben erobern.

Der entscheidende Mangel am TV aus Sicht dieser Generation

Fernsehen ist reiner Konsum, man kann keine Kontakte mit anderen Mediennutzern schaffen. Deshalb rückt Fernsehen künftig in die Rolle eines ambience media – der Bildschirm läuft, aber er ist nicht mehr als ein elektronisches Lagerfeuer, das kaum beachtet wird. Den größten Teil ihres Medien-Zeitbudgets widmen die Digital Natives ihren Kontakten im Internet.

Trendletter-Einschätzung:
Diese Erkenntnis setzt sich auch unter den digitalen Gurus durch: In turbulenten Zeiten gewinnt der Produktionsfaktor Vertrauen an Gewicht. Digitale Netze sind wichtig, weil sie das Ideen- und Beziehungskapital mobilisieren. Aber nur die persönliche Begegnung schafft jenes Vertrauen, das nötig ist, um in unsicheren Zeiten die Flexibilität und die Risikofreude der Mitarbeiter zu erhalten.

Einen spannenden Trendreport und sich daraus ergebende Strategien für die Zukunft sowie die aktuelle Trendprognose über das Web2.0 findet man bei www.Zukunftsletter.de.

Interessante weiterführende Links über den Gesellschaftswandel und seine Folgen für die Mediennutzung, über kommende Technologie Trends von morgen, über erfolgreiche Pressearbeit in Zeiten von Web2.0 und zahlreiche weitere Zukunftsprognosen finden Sie bei www.Trendletter.de.

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4 Konsumtrends, die künftig die Märkte prägen

Montag, 6. Juli 2009 14:47

Lieber reparieren als neu kaufen

50 Prozent mehr Aufträge verzeichnen derzeit amerikanische Schuster. Statt neues Schuhwerk zu kaufen, lassen die Amerikaner Sohlen und Absätze wieder reparieren. Nach einem jahrzehntelangen Abstieg erlebt das Handwerk derzeit einen wahren Boom. Sogar im Netz sind die Reparaturbetriebe aktiv.

Beispiel: AmericanHeelers.com bekommt pro Woche 100 Schuhe zur Reparatur zugeschickt – überwiegend von Menschen, die in Gegenden leben, wo der letzte Schuster vor Jahren geschlossen hat. Was den Boom antreibt, ist klar: Viele US-Haushalte sind klamm, für Neuanschaffungen fehlt schlichtweg das Geld (Schuhhändler berichten über 3,2 Prozent gesunkene Umsätze im letzten Jahr).

Selbst auf dem Markt für Unterhaltungselektronik dreht sich der Wind. Gerade hier galt bisher Reparieren lohnt sich nicht. Die neue Devise dagegen lautet: Reparier‘ s selbst. Eine wachsende Anzahl von kleinen Internet- Versendern spezialisiert sich darauf, den Kunden zum Wartungstechniker zu machen. PDAparts.com zum Beispiel verkauft Ersatzteile für Mini-Computer vom Typ Palm Treos; auf der Seite sind Videos hinterlegt, die zeigen, wie man das Gerätegehäuse öffnet und die Reparaturen selbst durchführt.

Gut genug reicht völlig aus

Firlefanz ist out, Nutzwert ist gefragt. Konsumenten verhalten sich zunehmend konservativ. Das Produkt muss nicht ultramodern sein, sondern seine Funktion erfüllen. Bestes Beispiel für diesen Trend ist der Boom bei den so genannten Netbooks (abgespeckte Laptop-Computer). Die Rechner sind klein, billig und perfekt geeignet, um auf dem Sofa im Internet zu surfen. Für die allerneuesten Spiele reicht die Rechenleistung der 300-Euro-Winzlinge allerdings nicht. Dennoch verkaufen sich Netbooks rasant: 11 Mio. Stück im letzten Jahr (2007 waren es nur 182.000).

Hintergrund: Konsumenten wünschen zunehmend Technologie, die das Gleiche für weniger Geld tut – anstatt mehr für einen höheren Preis.

Dieser Trend zum Gut genug zeigt sich auch bei der Software

Beispiel: Das kostenlose Textverarbeitungsprogramm von Google verfügt zwar längst nicht über die gleichen Funktionen wie Word vom Marktführer Microsoft. Dafür ist es kostenlos und läuft im Internet-Browser ab.

Für Ultra-Luxus ist weiter Geld da

24 Meter lang, 1.120 PS stark und vier Mio. Euro teuer ist die „Tiger Rose“, die Yacht von Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher. Solche Edelboote verkaufen sich nach wie vor gut. Spezialisten wie Drettmann, Bremen, berichten von konstanten oder wachsenden Umsätzen (www.drettmann.com) mit Luxusyachten.

Ähnlich gut läuft das Geschäft mit Luxusreisen. Kurztrips nach Istanbul, Ausspannen auf den Malediven, Wellness-Urlaub in thailändischen Resorts – so sieht die Angebotspalette der Münchener Firma Designreisen aus. Die Trips kosten zwischen 10.000 und 20.000 Euro; auch eine halbstündige Reise in den Weltraum für 200.000 Dollar ist im Programm.
Designreisen ist die einzige Agentur in Deutschland, die Plätze beim Anbieter Virgin Galactic vermitteln darf. Der Luxusanbieter vermeldet derzeit 20 Prozent Umsatzplus (www.designreisen.de).

Diagnose: Hochpreisiges findet trotz Finanzkrise weiter eine Kundschaft (Ausnahme: Privatflugzeuge). Das zeigen die immer neuen Angebote auf dem Luxusmarkt.

Aktuelle Beispiele:

  • 35 Dollar kostet die Eintrittskarte in den Kinos der amerikanischen Kette Village Roadshow Gold Class. Dafür erhält jeder Besucher seinen eigenen Sessel und kann sich von einem Kellner Sushi bringen lassen
    (www.goldclasscinemas.com).
  • Eine Flasche Bier für 270 Euro bietet die dänische Brauerei Carlsberg demnächst an. Der Gerstensaft reift sechs Monate in Eichenfässern und wird dann in eine verkorkte Designerflasche abgefüllt (www.carlsberggroup.com).

Wichtig: Der Luxusmarkt ist nur im Top-Segment krisenimmun! Mittelgroße Yachten etwa verkaufen sich nur noch schlecht.

Zweite Hand ist erste Wahl

Secondhand ist in, nicht nur auf dem Textilmarkt. Auch in anderen Branchen bekommen Produkte immer häufiger ein zweites Leben.

Beispiel Videospiele: Gamestop macht derzeit gute Geschäfte: Die US-Kette verkauft gebrauchte Videospiele für PC und Konsolen. Der Preis für Titel aus zweiter Hand liegt etwa 5 bis 10 Dollar unter dem durchschnittlichen Neupreis von 60 Dollar. Gamestop ist hoch profitabel: Der Bruttogewinn liegt bei Gebrauchttiteln um die 42 Prozent – doppelt so hoch wie im Geschäft mit neuen Games. Gamestop berichtet von 10 Prozent Umsatzwachstum – im Monat.

Weitere praktische und zuverlässige Prognosen, wie beispielsweise über gesellschaftliche Trends, kommende Technologie Trends, wegweisende Trends der Zukunft und vieles mehr finden Sie unter www.trendletter.de.

Weiterführende relevante Informationen über erfolgreiche Strategien in der Zukunft, zur aktuellen Marktforschung und über relevante Wachstumsmärkte finden Sie unter www.zukunftsletter.de.

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So stellen Sie sich auf die Generation Doof ein

Dienstag, 9. Dezember 2008 11:58

„Für dieses Werk wurde es höchste Zeit“, „Es gab lange kein Buch mehr, in dem so viel Wahrheit steckt“, „Zwei junge Autoren sagen, was gesagt werden musste“ und „habe mich wiedererkannt“, das sind einige Leser-Bewertungen zu „Generation Doof“. Das Buch liefert ein Seelenbild der heute 20- bis 33-Jährigen und wurde von zwei Autoren aus dieser Altersgruppe verfasst.

Deren Kernthese: Eine ganze Generation scheint zu verblöden. Sie belegen das an einzelnen Themen und Trends die die Generation Doof charakterisieren:

1. Bildung ist unwichtig.

Man macht, was Spaß bringt, und kommt damit irgendwie durch. Allgemeinbildung hat keinen hohen Stellenwert mehr. Die Weisheit „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ wird ersetzt durch „Was Hänschen nicht lernt, schlägt Hans bei Wikipedia nach“.

2. Verbreitet ist eine gleichgültige Haltung gegenüber den Anforderungen des Berufslebens.

Wenn Ihnen Bewerbungen mangelhaft vorkommen, sind Sie in guter Gesellschaft. Anschreiben mit „Sehr geehrter Herr und Frau Personalbüro“ sind verbreitet. Zwei Drittel der Betriebe klagen über mangelndes schriftliches und mündliches Ausdrucksvermögen der Bewerber, so eine Umfrage der DIHK.

3. Karriere macht man auf Firmenkosten: Man tut so, als ob man sehr viel zu tun hätte.

Multitasking, das parallele Arbeiten an mehreren Aufgaben, wird als Tarnung des scheinbar Vielbeschäftigten benutzt. Den im Büro üblichen Jargon (z. B. „Kernkompetenz“, „Kick-off“, „Face-to-Face-Group“) lernt man schnell, ohne ihn wirklich zu verstehen. Lange Abende im Büro sehen wie angestrengte Arbeit aus, tatsächlich aber werden sie genutzt, um im Internet zu surfen und Auktionen bei Ebay zu überwachen.

4. Permanenter und langfristiger Jugendwahn, auch wenn es in Deutschland immer weniger echte Jugendliche gibt.

Der Unterschied zwischen einem 25- und einem 35-Jährigen? Keiner, außer ein paar Fältchen, aber die kann man sich auch wegspritzen lassen. Benehmen, Sprache, Kleidung und Umgangsformen bleiben jugendlich. Sichtbar älter werden muss man heute nicht mehr unbedingt. Erwachsensein wird mit Feinrippunterhosen, Blasentee und langweiliger Lebenseinstellung gleichgesetzt.

5. Konsum ist eine Strategie, mit der man sich den Alltag angenehmer gestaltet.

Beim Einkauf wird bevorzugt die EC- oder Kreditkarte eingesetzt, weil man damit mehr ausgeben kann als bei begrenztem Bargeldvorrat. Shopping macht glücklich!

6. Man ist unpolitisch.

Wählen geht man nicht, weil man seine Zeit lieber mit Sinnvollerem verbringen will. „Ich kann ja doch nichts verändern“, bringt Janine, eine Bankkauffrau aus Köln, ihre und die Einstellung ihrer Generation auf den Punkt. Janine ist seit drei Jahren 29.

Trendletter-Einschätzung: Einer unserer Leser bemerkte kürzlich: „Die Generation Überraschungsei marschiert in die Betriebe.“ Hart arbeiten für ein schönes Leben, dieser Gedanke sei manchem Berufseinsteiger fremd. Durchschnittlich oder gering Qualifizierte weisen Bildungsdefizite auf, sind nicht besonders hoch motiviert und müssen von der Firma nachgeschult werden.

Eine Personalleiterin berichtet: Vor zehn Jahren erreichte der typische Bewerber im Test 90 von 130 möglichen Punkten. Heute sind es gerade einmal 50. Rekrutierung wird wegen der Qualifikationsmängel mühsamer. Es wird nichts anderes übrig bleiben, als die Anforderungen herunterzuschrauben und bei Neueinsteigern nachzurüsten.

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