Montag, 15. Februar 2010 18:37
Es gibt sie nach wie vor: die Spender. Scheinbar unberührt von dem allgemeinen Sparzwang sind sie willig, Institutionen und Aktionen zu unterstützten. Somit birgt jede Spendenaktion ein hohes Erfolgspotential, wenn Sie Analyse, Argumente und Tonalität richtig einsetzen.
- Sie wollen eine große Fundraising-Aktion starten?
- Sie wollen neben einem kostenintensiven Mailing weitere Kommunikationskanäle nutzen?
- Sie wollen die Antworten auswerten und für Ihre Datenverarbeitung sowie für nächste Projekte verwenden?
- Sie wollen die Medien für Ihr Fundraising-Projekt interessieren?
- Sie wollen wissen, welche Kriterien eine Spendenquittung erfüllen muss?
- Sie wollen wissen, wann es sich lohnt, einen Förderverein zu gründen?
Mit diese Themenheft geben wir Ihnen konkrete Antworten auf Ihre Fragen. Aktuelle Umfragen durch TNS Infratest belegen, dass das Spendenverhalten in Deutschland durchaus als großzügig bewertet werden kann. 1.680 Befragte spendeten im Jahr 2008 durchschnittlich 102 €. Und im Ranking der Spendenanlässe führen Behindertenhilfe, Kinder- und Jugendhilfe, Sofortund Nothilfe sowie Kirche, Wohlfahrt und Soziales die Statistik an. Genaue Angaben dazu              finden Sie unter http://de.statista.com/statistik/daten/studie/2684/umfrage/spendenzweckein-deutschland/.
Allerdings steht vor jedem Fundraising-Erfolg eine wichtige Erkenntnis:
Die Wirkung wird umso höher, je vernetzter Sie arbeiten.
Starten Sie ein Projekt im Rahmen eines integrativen Fundraisings und erhöhen Sie somit Wirkung und Nutzen. Denn eine Spendenaktion sollte vernetzt stattfinden. Aber vor diesem Start steht eine differenzierte Zielgruppendefinition, und zwar unabhängig davon, ob Sie
Ihre Adressen bei einem Broker mieten oder auf einen eigenen Spendenverteiler zurückgreifen können. Je klarer Sie Ihre potentiellen Spender hinsichtlich Alter, Lifestyle,  Bildung, soziografischem Umfeld und Themenaffinität beschreiben können, desto aussichtsreicher wird Ihre Fundraising-Aktion.
Mit einem Spenderprofil verhindern Sie einen Streuverlust Ihres Mailings und sparen Kosten.
Das sind die Merkmale Ihres Spenders:
Weiblich
Untersuchungen belegen, dass bis zu 70 % Ihrer Spender weiblich sind. Dieser Hinweis diktiert Ihnen geradezu den Stil Ihrer Ansprache, textlich und gestalterisch. Denn neben Ihren Argumenten zu Sinn, Zweck und Verwendung sollten die Appelle an Mitgefühl, Fürsorge und Verantwortung nicht fehlen.
Gebildet
Menschen mit einer hohen Spendenbereitschaft weisen ein überdurchschnittliches Interesse an Politik, Wirtschaft, Kultur auf. Sie beobachten das Weltgeschehen gleichermaßen wie gesellschaftliche Entwicklungen und erkennen die Defizite und Handlungsspielräume. Sie informieren sich in den Medien und wollen eigenverantwortlich einen Beitrag leisten zum Wachstum in allen Lebensbereichen und sie sind darüber hinaus Kenner und Genießer von Kunst und Kultur.
Religiös
Spender leben oftmals nach religiösen Werten und entwickeln darüber ihre spezifische Themenaffinität für Hilfe bei Katastrophen, menschlichen Krisen und humaner Entwicklungshilfe.
Gut verdienend
Das Einkommen der Spender ist überdurchschnittlich hoch. Dementsprechend gestalten sich das Lebensumfeld, die Kontakte und die Interessen. Sie bevorzugen meist eine ruhige und gediegene Wohngegend, sind häufig Besitzer eines Einfamilienhauses und nehmen aktiv am Vereins- und Clubleben oder in einem politischen Ortsverband ihres Wohnortes teil. Häufig sind sie in Elternräten von Kindergärten und Schulen vertreten oder engagieren sich ehrenamtlich im sozialen Bereich.
Best ager
Die Generation 50 plus verfügt nicht nur über eine hohe Kaufkraft, sondern ist auch überaus spendenbereit. Bei potentiellen Spendern diesen Alters gibt es nach allen Erfahrungen keine Neigung für spezielle Einrichtungen, sondern einzig Zweck und Sinn eines Spendenaufrufes
und Image der Institution sind entscheidend. Dabei legen sie mehr Wert auf Tradition als auf Trends und sind an einer ausführlichen Unternehmensdarstellung interessiert.
Keine Spende ohne Anreiz
Sie wollen das Geld des Spenders. Für Ihre Organisation. Für Ihr Projekt. Aber mit diesem Ziel stehen Sie nicht alleine da. Denn genau das ist das erste Ziel von Organisationen, die ihre Arbeit gänzlich oder zum Teil durch Spenden finanzieren. Diese Tatsache hat Konsequenzen für Sie und für den Spender: Der Spender erhält viele Bitten und Aufrufe, sein Geld zu geben. Selbst wenn seine Spendenbereitschaft groß ist, er wird nicht alle Bitten erfüllen können und wollen. Das bedeutet für Sie konkret: Sie sollten sich abheben von der allgemeinen Anfrageflut. Ihr Spendenbrief sollte dem Adressaten einen Mehrwert bieten, hinsichtlich:
Gestaltung
Ob Sie sich für einen schlichten Geschäftsbrief oder für einen auffallenden Werbebrief entscheiden – das Corporate Design Ihrer Institution ist auf den ersten Blick erkennbar.
Text
Allgemeine Floskeln überzeugen niemanden. Gestalten Sie Ihren Brief persönlich und authentisch. Sagen Sie klar, was Sie wollen. Und bieten Sie Beispiele für die Verwendung Ihres Geldes. Versuchen Sie, den Leser mit ins Boot zu nehmen, weil Ihre Institution auf ihn
angewiesen ist, um zu helfen, um zu existieren. Dabei geht es nicht um Betteln oder gar Fordern, es geht um eine Überzeugung durch Argumente und um das Ansprechen von Gefühl und persönlicher Erfahrung. Beachten Sie dazu die Merkmale Ihres Spenders hin sichtlich Geschlecht, Alter, Bildung und Lebensstandard.
Bild
Mit einer visuellen Gestaltung punkten Sie. Wählen Sie einen Eyecatcher zum Thema, der Interesse weckt, der den Leser thematisch einfängt. Mit einer Bildstrecke zum Thema stellen Sie Situationen dar, die Sie textlich auffächern.
Exklusivität
Welchen Gegenwert erhält der Spender für seine Großzügigkeit? Für eine Spende ab 10 € darf er zum Beispiel einen kostenlosen Newsletter über die Projektentwicklung erwarten, für 100 € eine Einladung zum nächsten Jubiläum oder zum Tag der offenen Tür oder ab 1.000 € eine Einladung zur feierlichen Spendenüberreichung während eines Festakts. Mit diesem Angebot zeigen Sie, wie wichtig es Ihnen ist, eine dauerhafte und persönliche Beziehung zum Spender aufzubauen, den Respekt für die Großzügigkeit des Spenders zu unterstreichen. Diese Instrumente der Spenderbindung sichern Ihren langfristigen Erfolg am heiß umkämpften Markt. Weisen Sie bitte immer darauf hin, dass Sie eine Spendenquittung ausstellen.
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