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Frachtkosten senken: Nutzen Sie die Kostensenkungspotenziale im Logistik- und Transportbereich

Donnerstag, 9. Juni 2011 9:06

Unternehmen aus Industrie und Handel werden aufgrund der anhaltenden Globalisierung sowie der damit einhergehenden raschen Veränderung in den Beschaffungs- und Vertriebsmärkten mehr und mehr gezwungen werden, ihre Logistik-/ Frachtkosten unter Kontrolle zu halten. Das wissen Sie als Logistikleiter natürlich am besten. Doch nach wie vor ist es so, dass gerade diese Kosten — gemessen am Einkaufsvolumen der Unternehmen — eine untergeordnete Rolle spielen. Deshalb wird häufig das hier schlummernde Einsparpotenzial nicht genutzt.

Die jüngst aktualisierte Studie des Bundesverbands Materialwirtschaft und Logistik e.V. (BME) hat gezeigt, wie groß die Kostenbandbreiten insbesondere im See- (bis 250 %) und Luftfrachtbereich (bis 200 %) sind. Die Straßenfrachten weisen eine eher mittlere Bandbreite auf. Diese Zahlen machen klar, welche Einsparmöglichkeiten hier vorhanden sind.

Beachten Sie: Nicht allein die externen Frachtkosten, sondern auch die internen Gemeinkosten stehen Ihnen als Optimierungsansatz zur Verfügung.

Problem: Organisation und Technik

In Großunternehmen werden oft Heerscharen von Frachteinkäufern beschäftigt, die mit einem enorm hohen administrativen Aufwand die Logistik- /Frachtkosten transparent und möglichst niedrig zu halten versuchen. Zu erkennen ist hierbei, dass dieser Prozess eher statisch zu bewerten ist, da eine laufende, dynamische Überprüfung aufgrund des hohen manuellen Aufwandes nicht stattfinden kann.

Bei kleinen bis mittelständischen Unternehmen kann man dagegen sehr oft feststellen, dass es keine eindeutige Verantwortlichkeit für den Frachtbereich gibt. Unter anderem liegt das daran, dass die Logistik in diesen Unternehmen noch sehr stark unterentwickelt ist und die Frachten im Beschaffungs- und Distributionsbereich in Sachen Zuständigkeit getrennt sind.

Gehört Ihr Unternehmen zu denjenigen, die sehr hohe See-/Luftfrachten haben, kann es sich auch lohnen, die Verträge auf den Prüfstand zu stellen. Gerade längerfristige Verträge wirken sich in der Regel nachteilig aus, da die See- und Luftfrachten oft starken Schwankungen unterliegen.

Tipp: Benennen Sie für die verschiedenen Frachtarten konkret Mitarbeiter, deren Aufgabe es ist, die aktuelle Preisstruktur ständig in Frage zu stellen und beispielsweise durch das Andocken an internetbasierten Ausschreibungsplattformen bei den Industrie- und Handelsunternehmen eine kontinuierliche Angebotsverbesserung zu erreichen.

Nutzen durch den E-Sourcing-Prozess

Die Zielsetzung bei der Nutzung einer solchen internetbasierten Ausschreibungsplattform liegt in der dynamischen Preisfindung und der gleichzeitigen Reduzierung des eigenen Aufwandes bei einem überschaubaren Investment. Diese elektronischen Portale und Marktplätze können für Sie damit ein strategisches Instrument im E-Sourcing- Prozess darstellen und ermöglichen Ihnen operativ das Handling internetbasierten Frachtmanagements inklusive verschiedener Marktpreisbildungssysteme für die Verkehrsträger Schiff, Flugzeug und LKW. Weitere Vorteile liegen in der Schnelligkeit der Umsetzung eines internetbasierten Tenders im Gegensatz zu einer herkömmlichen Ausschreibung, der nachhaltigen Fehlerreduktion der abgegebenen Gebote, der direkten Vergleichbarkeit und unmittelbaren Analysemöglichkeit sowie letztlich im Aufbau eines sauberen Prozessflow-Managements durch ein derartiges System.

Grundsätzliche Möglichkeiten und Funktionsweise

Grundsätzlich bieten sich Ihnen als Logistikverantwortlichem zwei Möglichkeiten für den Einsatz solcher Plattformen an. Erstens sind so genannte „Kontrakt-Tender“ möglich, die mehrmals jährlich (ein- bis viermal) ausgeschrieben werden. Hierzu wird ein enger Kreis von Logistikdienstleistern zur Ausschreibung eingeladen. Auch so genannte „Spot-Tender“ (mehrmals jährlich oder Projektgeschäfte) sind bei solchen Plattformen denkbar. Hierzu werden angeschlossene Dienstleister laufend aufgefordert, ein Angebot abzugeben. Der Kunde gibt seinen Transportbedarf einmalig und in sehr effizienter Weise auf seinem Portal ein, automatisch werden die angeschlossenen Logistikdienstleister informiert und der aktuelle Marktpreis innerhalb der Ausschreibungszeit ermittelt.

Die Portale sind „geschlossene Systeme“: Der Kunde gibt den Kreis der Dienstleister vor, die an ein solches Portal anzuschließen sind. Aber nicht statisch: Immer wieder wird die  Performance der Dienstleister überprüft und der Kreis der Dienstleister für eine Anfrage erweitert oder verringert.

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Nutzen Sie das Know-how Ihrer Lieferanten!

Montag, 6. Juni 2011 9:02

Suchen Sie gemeinsam mit den Lieferanten nach lohnenden Einsparpotenzialen

Schöpfen Sie aus dem großen Erfahrungsschatz Ihrer Lieferanten. Bitten Sie sie – schriftlich oder mündlich –, Ihnen Vorschläge zur Kostensenkung zu präsentieren. Die Kernfrage lautet: „Welche Veränderungen der bisherigen Spezifikation führen ohne Qualitätsverlust zur Kostensenkung?“ Bitten Sie Ihre Lieferanten, die folgenden 11 Prüfpunkte genauer unter die Lupe zu nehmen:

1. Welche alternativen Werkstoffe gibt es?
2. Können die Toleranzen geändert werden?
3. Kann die Konstruktion geändert werden?
4. Gibt es bessere Fertigungsmethoden?
5. Kann das Gewicht oder der Verschnitt reduziert werden?
6. Müssen Werkzeuge geändert werden?
7. Kann der Einsatz von Standard- und Normteilen verstärkt werden?
8. Gibt es bei der Verpackung Einsparpotenzial?
9. Muss der bisherige Prüfaufwand beibehalten werden?
10. Muss das Design beibehalten werden?
11.Wird in optimalen Losgrößen gefertigt?

Fazit: Schon der erfolgreich realisierte Vorschlag eines Lieferanten kann Ihrer Firma eine Menge Geld sparen helfen.

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Rohöl bricht aus: Die Spekulanten sind zurück

Freitag, 31. Dezember 2010 8:28

Sie haben den Notierungen ein neues Zwischenhoch verschafft.
Die derzeitigen Fundamentaldaten sprechen aber eine ganz andere Sprache. Zwar hat sich die globale Nachfrage gut entwickelt, die Lagerbestände sind aber weiterhin hoch. Von Verknappung kann also keine Rede sein.

Entsprechend gut versorgt sieht auch die Internationale Energieagentur (IEA, (www.iea.org) die Weltwirtschaft bis mindestens Mitte 2011. Erst dann sollte es zu nachhaltigen Preissteigerungen kommen. Vorausgesetzt, die Rohstoffvorräte sind bis dahin deutlich gesunken und globale Ölnachfrage und Weltkonjunktur ziehen weiterhin an.

Auch die OPEC spekuliert Es sind ja nicht nur die viel gescholtenen Börsenhaie, die ihr Spiel mit Preisen und Notierungen treiben. Auch die OPEC ist in diesem Szenario ein wichtiger Spielmacher. Am 14. Dezember will das Kartell (www.opec.org) bspw. seine Förderquoten für 2011 bekanntgeben. Durchgesickert sind schon heute Nachrichten, wonach die 12 OPEC-Länder im nächsten Jahr nur wenig mehr produzieren wollen. Der Verdacht liegt nahe, dass die OPEC mit diesen Indiskretionen das Preiskarussell auf Touren bringen will.

In der Tat verfügt die 1960 gegründete Organisation über immense freie Produktionskapazitäten, mit denen sie den Ölpreis ganz erheblich beeinflussen kann. Es liegt also durchaus in ihrer Hand, inwieweit sie eine global anziehende Ölnachfrage bedient oder eben nicht. Allerdings haben sich die 12 in der Vergangenheit kaum an Höchstgrenzen gehalten. Außerdem können Nicht-OPEC-Länder wie Großbritannien und Norwegen jederzeit Nachfragespitzen bedienen.

Fazit: Nach durchschnittlichen 78 $/Barrel in diesem Jahr müssen sich Einkäufer 2011 wohl auf Preise deutlich oberhalb der 80-$-Linie einstellen.

Aktuelle Informationen bezüglich Rohstoffen und deren Märkte finden Sie unter www.rohstoffeinkauf-aktuell.de

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Überkapazitäten drücken die Preise

Montag, 18. Oktober 2010 8:26

Für Stahleinkäufer bleiben die Zeiten entspannt.

Gewaltige Überkapazitäten in China und Europa machen ihnen das Beschaffungsgeschäft leicht.

1. China: Die Produktionskapazität betrug zum Jahreswechsel 2008/09 rund 660 Mio. t, während sich die Produktion selbst auf 512 Mio. t belief – bei einer Nachfrage von nur 470 Mio. t! So kamen unterm Strich schon zu Beginn der Wirtschaftskrise Kapazitätsüberschüsse von rund 150 Mio. t zusammen. Nicht eingerechnet die Kapazitäten, die über das Jahr 2009 aufgebaut wurden.

2. EU: Ein ähnliches Bild in der Europäischen Union. Zwar wird nach Einschätzung des Herstellerverbandes Eurofer die Stahlnachfrage innerhalb der EU im 1. Quartal 2010 um schätzungsweise 10 bis 15 % steigen, Überkapazitäten werden die Preise aber niedrig halten. Dabei hatten die europäischen Stahlkocher ihre Produktion im vergangenen Jahr schon um beinah 50 % zurückgefahren. Nicht genug, sagt Eurofer. Um das Geschäft aus Herstellersicht wieder auf gesunde Beine zu stellen, hält der Verband Kürzungen der Produktionskapazitäten von 25 bis 30 Mio. t für nötig.

Beachten Sie: Um knapp 50 % sind im vorigen Jahr auch die EU-Importzahlen gefallen. Diese Entwicklung ist einerseits der Wirtschaftskrise zuzuschreiben und anderserseits den teuren Transportwegen. Eurofer hält lediglich 1.000 bis 1.500 km für wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll. Interessant für deutsche Stahleinkäufer sind unter diesen Gesichtspunkten:

  • Frankreich: Dort sind bspw. Die Preise für Flachprodukte stark rückläufig.
  • Italien: Der Branchenprimus Riva hat alle Basispreise gesenkt, um den Absatz anzukurbeln.
  • Spanien: Wegen Überkapazitäten und Nachfrageflaute haben die meisten spanischen Hersteller ihre Preise nach unten angepasst.
  • Russland: Auf dem Inlandsmarkt wird Baustahl für 500 $/t frei Werk angeboten.

Kohle:

Die Weltmarktpreise bleiben hoch

In China wurden für die 12,5 %-Aschequalität zum Jahreswechsel 2009/10 durchschnittlich 243 $/t FOB verlangt. Dazu kommt noch eine Koksexportsteuer in Höhe von 162 $/t! Der Spotpreis C&F (Cost and Freight) Nordwest-Europa für Koks der Qualität 10,5 bis 11,5 % Asche lag bei rund 290 $/t. Für australische Hard Coking Coal wurden am Spotmarkt im Schnitt 150 $/t (FOB) verlangt. Die  Vertragspreise lagen knapp darunter, bei rund 148 $/t (FOB).

Eisenerz:

China verstärkt seine Marktmacht

Das Reich der Mitte begnügt sich nicht mehr nur mit der bloßen Erzbeschaffung. Die Volksrepublik will auch Erzgruben besitzen. In diesem Zusammenhang ist der Einstieg von Baosteel bei der australischen Eisenerzmine Aquila Resources Ltd. zu verstehen. Die 15 % Anteil ließ sich Baosteel 158,8 Mio. € kosten. Die Chinesen werden damit zweitgrößter Aktionär des Bergbauunternehmens.

Schrott:

Ziehen die Preise wieder an?

Die Türkei, der wichtigste Schrottmarkt der Welt, kauft massiv Material auf. Wahrscheinlich, um sich beim Wiederanspringen der Weltwirtschaft eine günstige Marktposition zu verschaffen. Derweil betrugen im Hafen von Rotterdam die durchschnittlichen Preise zur Jahreswende:

  • HMS 1 und 2 (80/20): 255–260 $/t FOB.
  • Schredderschrott: 260 $/t.

Weitere wertvolle Informationen für die Beschaffung finden Sie bei www.rohstoffeinkauf-aktuell.de

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Mit dem KAIZEN-Gedanken Argumentieren

Dienstag, 22. Juni 2010 17:13

Der Einkauf muss auch mal für Unruhe sorgen

Fordern Sie die Lieferanten heraus! Nur dann werden sie sich bewegen und verändern. Es ist wie im Sport. Jeder Trainer weiß, was damit gemeint ist. Der Mensch muss gefordert werden, er muss immer ein höheres Ziel vor Augen haben. Zu sagen „Nun trainiert mal ganz hart“ reicht nicht, die Mannschaft muss dazu angeleitet/motiviert werden. Das ist der Grund, wieso Trainer- und Manageraufgaben so viele  Gemeinsamkeiten haben. Die „Schützlinge“ müssen motiviert, wohldosiert gefordert werden. Das bedeutet, sie dürfen nie mit dem gegenwärtigen Zustand zufrieden sein.

Beachten Sie: Das Einfachste für die meisten Menschen ist es, ihre Arbeit von Tag zu Tag in derselben  Art und Weise zu erledigen. Diese Routine führt aber zu keiner Verbesserung. Daher müssen die Manager/Trainer ihre Mitarbeiter/Sportler herausfordern:

Lean Production fordern

Wenn Sie von Ihren Lieferanten Höchstleistungen erwarten, dann müssen Sie die Rolle des Trainers einnehmen. Bestehen Sie darauf, dass ein Lieferant sich vorwärts bewegt und das auch belegen kann,

dass er sich in konkreten Ergebnissen und Leistungen messen lässt. Lassen Sie einen Lieferanten in Ruhe, dann wird er wohl kaum „aus dem Quark“ kommen. Er denkt einfach, Sie sind zufrieden. Viele Verkäufer fangen dann sogar an zu testen, wie weit sie gehen können, beispielsweise bei Preiserhöhungen.

KAIZEN-Begründer Masaaki Imai verriet 2007 anlässlich eines Kongresses in München, was ein Unternehmen erfolgreich macht:

„Es gibt 2 Arten von Produktionssystemen. Das eine ist das traditionelle Produktionssystem, das andere das‚ Lean Production System‘. Das traditionelle System stützt sich auf die Verkaufsprognosen und baut Bestände auf. Die Produkte werden dem Lager entnommen, wenn Bestellungen eingehen. Das andere, das ‚schlanke System‘, richtet seine Produktionsaktivitäten an den Kundenbestellungen aus. Es versucht, Produkte mit kürzesten Durchlaufzeiten und minimalen Beständen zu fertigen. Nach meiner Einschätzung arbeiten weltweit 99 % aller Unternehmen noch mit dem traditionellen Produktionssystem. Das Management dieser Unternehmen erkennt noch nicht einmal, dass das Produktionssystem die Ursache für alle ihre Probleme wie lange Durchlaufzeiten, hohe Lagerbestände, hohe Arbeitskosten, viele  Qualitätsprobleme und mangelnde Flexibilität im Hinblick auf die Kundenwünsche ist. Das Top-Management solcher Unternehmen muss aufwachen und einsehen, dass es versäumt hat, das ‚schlanke Produktionssystem‘ einzuführen, das der einzige Weg ist, um im globalen Wettbewerb des 21. Jahrhunderts zu überleben.“

Exkurs: KAIZEN

Unter diesem Schlagwort fasste Masaaki Imai schon in den 1990er Jahren die jahrzehntelang erfolgreichen Strategien japanischer Manager zusammen: KAIZEN ist das ständige Streben nach Verbesserung und soll im Idealfall das ganze Unternehmen durchdringen, vom Top-Manager bis hin zum Arbeiter. Besonders Letztere sollen geschult werden, Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen. Eigenverantwortlichkeit spielt eine große Rolle sowie die Bereitschaft, ständig Vorschläge für ein noch effizienteres, leichteres oder sicheres Arbeiten zu unterbreiten. Dieses „Vorschlagswesen“ ist Teil der unternehmensweiten Qualitätskontrolle (CWQC bzw. TQC), die eine wichtige Stütze des Konzepts KAIZEN bildet und in Japan anscheinend einen unglaublich hohen Stellenwert besitzt: Millionen Arbeitnehmer bilden auf freiwilliger Basis Arbeitskreise, die sich einzig mit der Verbesserung der aktuellen Situation beschäftigen. Hier werden Mentalitäts- und Kulturunterschiede deutlich sichtbar. Nebeneffekte dieser „QC-Zirkel“ sind aber beispielsweise auch eine höhere Motivation der Arbeiter und ein vermindertes Konkurrenzdenken zwischen den verschiedenen Abteilungen. Dieser im Idealfall mit Eigendynamik ausgestattete Prozess der Qualitätsverbesserung, gepaart mit einer im Vergleich zum Westen viel stärker auf Flexibilität ausgerichteten Qualifikation der Arbeitnehmer, ermöglicht im Endeffekt eine stetige Erhöhung sowohl der Produktivität als auch der Produktionskapazität, ohne auf Mittel wie  Arbeitsplatzabbau zurückgreifen zu müssen.

Weitere Informationen in dem Bereich Einkauf und Verhandlungen zeigt Ihnen www.Einkaufsmanager.net

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Auch 2010 bleibt der Stahlmarkt ein Einkäufermarkt!

Freitag, 21. Mai 2010 13:30

Stahleinkäufer können sich freuen: 2010 ist mit weiter sinkenden Preisen zu rechnen.

Lediglich in China zogen die Spotmarktpreise für einige Sorten und für kurze Zeit an. Eine Hausse wird sich daraus aber nicht entwickeln, da fast alle chinesischen Stahlwerke derzeit unterhalb ihrer Produktionskosten arbeiten. Anderswo in Asien hat sich der Wind bereits gedreht. So hat z. B. China Steel, Taiwans größter Stahlhersteller, seine Preise zum 1. Dezember um durchschnittlich 4,50 % gesenkt. China Steel reagiert damit auf den  schwachen chinesischen Hauptmarkt. Die Konjunkturprogramme hatten dort erst für eine Superproduktion gesorgt und anschließend für riesige Materialberge mit sinkenden Preisen. Ein paar Beispiele:

  • Betonstahl 540 $/t FOB
  • Warmgewalzte Bleche 500 $/t cfr
  • Feuerverzinkter Stahl 750 $/t cfr

Eine ähnliche Preispolitik betreiben auch Indiens Stahlriesen Steel Authority of India, JSW Steel und Tata Steel. Zum neuen Jahr wollen Authority of India und JSW ihre Flachstahlpreise um bis zu 3 bis 5 % senken. Bei Tata Steel, der Nummer 8 der weltgrößten Hersteller, waren es bereits zum 1. November rund 4 % weniger. Insgesamt hat Tata Steel mit einbrechenden Umsatzzahlen zu kämpfen. Für das vergangene Jahr schlägt ein Minus von 16 % zu Buche. Die Durchschnittspreise fielen von 40.000 INR/t (578 €/t) auf gegenwärtig 29.000 INR/t (419 €/t).

Beachten Sie: Die Preise für Langprodukte ließ Tata Steel unverändert. Die Entwicklungen auf den asiatischen Märkten gingen nicht spurlos an Europa und dort vor allem an Osteuropa vorüber. Mit regelrechten Schnäppchen locken z. B. russische Hersteller. Halbfertige Stahlprodukte bieten sie für unter 380 $/t an. In der Türkei ist Betonstahl günstig zu haben. Die Preise schwanken zwischen 450 und 470 $/t FOB.

Kohle: Spotpreise oberhalb der 175-$-Linie

Die gute Nachricht: Übers Jahr 2009 lag der Kohlepreis um 60 % niedriger als 2008. Und die schlechte Nachricht: In diesem Jahr könnte sich der Trend umkehren. Vor allem der Nachfragehunger chinesischer und japanischer Stahlkocher heizt den Preisen ein. Die aktuellen Spotpreise für australische Hard Cooking Coal liegen meist oberhalb von 175 $/t FOB. Bei Vertragskohle sind es 10 $ weniger, 160 $/t FOB. Für die beste Qualität werden 200 $/t verlangt.

Eisenerz: Preisnachlässe nur für China?

Für das Jahr 2010 sagt das Londoner Investmenthaus Merrill Lynch voraus, dass zu wenig Material am Markt vorhanden sein wird (–24 Mio. t). Die Folge: Die Eisenerzpreise werden um ca. 15 % steigen. Die Nachricht war kaum verbreitet, da verlangte Chinas Industrieminister Zhu Hongren auch schon Sonderkonditionen für sein Land. Rio Tintos CEO Sam Walsh las Zhu nicht etwa die Leviten wegen Wettbewerbsverzerrungen. Rio werde das Begehren wohlwollend prüfen, ließ die Gesellschaft verlauten.

Schrott: Kein Preisfrühling in Sicht

Nach einem kurzen Aufschwung im Sommer 2009 konnten die Schrotthändler zum Jahreswechsel ihr Material nur noch mit Abschlägen von rund 15 €/t an den Mann oder die Frau bringen. Mancherorts waren es sogar bis zu 55 €/t weniger. Bei insgesamt rückläufigen Stahlpreisen wird sich daran erst einmal nichts ändern. 2010 wird für den Schrottmarkt ein von Schwankungen geprägtes Jahr sein.

Weiterführende Informationen und Hintergründe zur Stahlpreisentwicklung und dem Stahlhandel finden sie auf www.rohstoffeinkauf-aktuell.de.

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“Überleben” beim Stahl- und Rohstoffeinkauf

Montag, 5. Januar 2009 17:43

Die Etwas-geht-immer-Haltung ist der erfolgsentscheidende Unterschied

Die aktuelle Situation auf den Rohstoffmärkten bringt so manchen Einkäufer zum Schwitzen. Ein harter Brocken für viele Einkaufsleiter sind seit 2003 die Stahlpreise und die Edelstahlbeschaffung. Das Wichtigste ist hier, nicht zu resignieren, sondern darauf zu vertrauen, dass trotzdem Erfolge möglich sind.

Beachten Sie: Wer glaubt, dass nichts möglich ist, wird gar nicht erst versuchen, etwas zu erreichen – eine gefährliche Haltung!

Marktkenntnisse

Ohne genaue Informationen und Kenntnisse der aktuellen Rohstoffpreise und der Marktlage sind erfolgreiches Einkaufen und das Abwehren von Preiserhöhungen nicht möglich. Natürlich nutzen die Lieferanten die Marktsituation zum Geldverdienen, bis der Arzt kommt. Je mehr Informationen Sie von Marktkennern vorliegen haben, desto genauer wird das Bild, das Sie sich machen. Es fällt Ihnen leichter, zwischen Gerücht und Tatsache zu trennen. Erstaunlich viele Einkaufsabteilungen haben hier ein großes Informations-Defizit. In solchen Situationen sind natürlich auch Informationen von einem funktionierenden, persönlichen Netzwerk aus Ein- und Verkäufern hilfreich. Als zusätzliche Informationsquellen bieten sich spezielle Verbände (www.verbaende.com) und die Rechercheabteilungen der Großbanken an.

Preiserhöhungen kompensieren

Besonders in den Rohstoffmärkten ist es einfach so, dass sich nicht jede Preissteigerung abwehren lässt. Kartellähnliche Marktstrukturen, Absprachen und Spekulanten nehmen Einfluss auf die Märkte. Der jetzt “da-kann-man-nichts-gegenmachen” sagende und “schulterzuckende” Einkauf ist nicht zeitgemäß. Das, was Sie zum Beispiel im Rahmen der Stahlpreisentwicklung an Geld verlieren, müssen Sie durch Einkaufsaktionen und –initiativen in anderen Produktbereichen wieder hereinholen.

Alle in der Firma sind gefordert

Ob Einkauf und Logistik, Verkauf, Technik oder Geschäftsleitung – jetzt müssen alle an einem Strang ziehen. Bisherige Abläufe und Gewohnheiten gehören auf den Prüfstand. Im Team muss geprüft werden, ob die drohende Preiserhöhung nicht schon allein durch die Änderung der technischen Spezifikation abgefangen werden kann. Die Technik, wie auch der Verkauf, darf sich hier nicht vor der Verantwortung drücken.

5 Praxis-Tipps fürden Stahleinkauf

  1. Bündeln Sie den Bedarf mehrerer Warengruppen.
  2. Vermeiden Sie zu hohe Spezifikationen, die den Lieferantenkreis einengen.
  3. Schalten Sie Zwischenhändler-Margen aus, indem Sie nur direkt beim Hersteller kaufen oder bei Stahlverarbeitern, die dies praktizieren.
  4. Stellen Sie die gesamte Spezifikation auf den Prüfstand. Vielleicht haben sich die Produktionsanforderungen längst geändert, aber es wird immer noch nach der alten Spezifikation bestellt.
  5. Fragen Sie Ihre Stahlgüten nach den internationalen Normen an und nicht nach den deutschen DIN-Normen. Dadurch erweitern Sie den Lieferantenkreis.

Linktipps:
Interessanter Artikel zum Thema Einkaufen in der Wirtschaftskrise.
Praktische und kompetente Tipps zum Einkaufen in der Rezession.

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